News - News - Elektronisches Patientendossier

11.08.2021

Elektronisches Patientendossier

Bundesrat skizziert Anpassungen und Weiterentwicklung.

Ende 2018 hatte Nationalrat Laurent Wehrli, Präsident von CURAVIVA Schweiz, den Bundesrat aufgefordert, die Weiterentwicklung des elektronischen Patientendossiers (EPD) zu beschleunigen und dessen allgemeine Verwendung zu fördern. Nach sorgfältiger Untersuchung der aktuellen Lage unter Einbezug der betroffenen Akteure – darunter: CURAVIVA Schweiz – hat der Bundesrat seinen diesbezüglichen Bericht am 11. August 2021 veröffentlicht und eine Reihe von Massnahmen zur Verbreitung und Nutzung des EPD vorgeschlagen.

Für die Institutionen der Langzeitpflege besonders interessant sind dabei folgende Massnahmen:

  • die Schaffung einer zentralen Ablage für dynamische Gesundheitsdaten, welche die Funktionalität des EPD erhöhen würde (dynamische Daten sind Daten, die sich laufend verändern).
  • die Förderung einer tiefen Integration der Informationssysteme der Gesundheitsfachpersonen und -einrichtungen (sogenannte Primärsysteme) in das EPD. Diese würde die Effizienz markant erhöhen: Eine direkte Anbindung ermöglicht die automatisierte Weiterleitung relevanter Daten ins EPD. Der Aufwand, der mit dem manuellen Export und Import von EPD-Dokumenten verbunden ist, fällt auf diese Weise weg.
  • der Ersatz der aktuellen Zertifizierung durch eine staatliche Anerkennung. Diese würde die Abschaffung des aktuellen – schwerfälligen – Zertifizierungsverfahren bedeuten.
  • die Einführung einer dauerhaften Kofinanzierung der EPD-Infrastruktur. Sie würde die Finanzierungsengpässe, wozu die EPD-Implementierung nur beitragen kann, reduzieren – insbesondere, wo keine leicht zugängliche und zielführende Unterstützung durch Stammgemeinschaften und kantonale Behörden vorhanden ist.

Einige der im Bericht empfohlenen Massnahmen erfordern Gesetzanpassungen. Deswegen hat der Bundesrat entschieden, das Gesetz über das EPD einer grundlegenden Prüfung zu unterziehen. Der Bundesrat wird bis Ende Februar 2022 über das weitere Vorgehen entscheiden.

Beilagen:

  • Postulat von Nationalrat Laurent Wehrli Nr. 18.4328 vom 14. Dezember 2018
  • Bericht des Bundesrates vom 11. August 2021

 

Zurück