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Pflegefinanzierung

Seit 1. Januar 2011 ist die Finanzierung der Alters- und Langzeitpflege in allen Kantonen neu geregelt. Die Übergangsfrist von 3 Jahren für die Umsetzung in den Kantonen lief per Ende 2013 ab. CURAVIVA Schweiz begleitete die Umsetzung aktiv.

Die Beteiligten Verbände, Kantone und Gemeinden interpretieren die gesetzlichen Grundlagen sehr unterschiedlich. In den politischen Auseinandersetzungen zwischen Gemeinden und Kantonen und den Verhandlungsgesprächen zwischen den Kantonalverbänden von CURAVIVA Schweiz und den Verbänden der Krankenversicherer ist denn auch nach rund 8 Jahren immer noch reichlich Zündstoff vorhanden. 

Wichtigste Punkte in diesen Debatten bilden die Fragestellungen rund um die Rahmenbedingungen der Finanzierungsabwicklung, die Berechnungsmodalitäten der «anrechenbaren» Pflegekosten sowie die Sicherstellung der interkantonalen Restfinanzierung.

Damit die Umsetzung der neuen Pflegefinanzierung durch CURAVIVA Schweiz unterstützt werden konnte, wurden auf verschiedenen Ebenen Umsetzungsprojekte lanciert.

Adaption der betriebswirtschaftlichen Instrumente

CURAVIVA Schweiz sowie die «Koordinationsgruppe Langzeitpflege Schweiz» (KGL) haben 2011 die betriebswirtschaftlichen Instrumente: Kontenrahmen, Kostenrechnung und Leistungsstatistik sowie die Anlagebuchhaltung den Vorgaben der neuen Pflegefinanzierung angepasst. 2014 wurden weitere Änderungen vorgenommen, die einen erleichterten Datentransfer für die SOMED ermöglichen. Alle aktuellen Instrumente können in Form eines BW-Lizenzpaketes beim Verlag von CURAVIVA Schweiz bezogen werden. Im Rahmen einer Gesamtrevision wird die Kostenrechnung (2016/2017) und die Anlagebuchhaltung (2017/2018) zur Zeit vollständig überarbeitet.

BW-Lizenzpakete von CURAVIVA Schweiz

Tätigkeitsanalyse CURAtime und Tätigkeitsliste (KGL)

Seit  2003 müssen die Alters- und Pflegeinstitutionen ein- bis zweimal jährlich innerhalb einer Pflegeabteilung eine Arbeitszeitanalyse vornehmen. CURAVIVA Schweiz unterstützt sie dabei mit der Tätigkeitsanalyse CURAtime. CURAtime wird laufend weiterentwickelt und seit 2015 ist eine adaptierte Version der Tätigkeitsliste verfügbar.

Weitere Informationen zum Instrument CURAtime

Nationales Projekt TARIFSTRUKTUREN II

Das durch CURAVIVA Schweiz initialisierte nationale Projekt konnte in der Phase I (Kalibrierung von BESA und RAI/RUG) im August 2011 abgeschlossen und in allen Kantonen (Ausnahme: GR, VS, LU) umgesetzt werden

Die Phase II (Harmonisierung) wurde im Mai 2012 gestartet und hatte zum Ziel, die drei Systeme nicht durch eine Resultatveränderung, sondern durch inhaltliche Adaptionen in eine Gleichwertigkeit (+/-5%) zu führen. Das Verfahren sowie die grobe Projektplanung wurden durch die eingesetzte, interdisziplinäre Steuergruppe im November 2012 definiert. Ab 2014 hat das BAG die Federführung für dieses nationale Projekt der Harmonisierung übernommen.

CURAVIVA Schweiz wurde durch Frau Marie-France Vaucher und Markus Leser in dieser Steuergruppe vertreten. Nachdem die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) Ende 2014 entschieden hat, sich nicht an den geplanten Harmonisierungsarbeiten zu beteiligen, hat die Steuergruppe am 16. März 2015 entsprechend beschlossen, das Projekt zu beenden und die Steuergruppe aufzulösen. Aus Sicht des Bundesrates und des BAG’s bleibt das Thema aber von grosser Bedeutung und es gilt Alternativen zu prüfen. Fragen zu diesem Projekt sind direkt an Markus Leser zu richten: E-Mail

Pflegebedarfsinstrumente

System Besa
www.besa.curaviva.ch

Q-SYS - RAI-NH
www.qsys.ch

PLAISIR
www.erosinfo.com

Nationale Kontaktgruppe CURAVIVA Schweiz und Krankenversicherer

Auf Initiative von CURAVIVA Schweiz und im Auftragsmandat der Kantonalverbände konnten die nationalen Verhandlungen mit den Verbänden der Krankenversicherer HSK und der tarifsuisse ag auf Anfang 2014 abgeschlossen werden. Erstmalig ist es gelungen nationale Administrativverträge mit Anschlussverträgen für die Kantone (HSK) und einer Übergangsregelung 2014 (tarifsuisse ag) zu realisieren.

Aus der erfreulich konstruktiven Zusammenarbeit mit der HSK-Gruppe resultierte im Frühjahr 2015 ein Vertrag über die Akut- und Übergangspflege und ein Vertrag über die Tages- und Nachtstrukturen.  Die Verhandlungen und Gespräche mit tarifsuisse ag sind aufgrund zu unterschiedlicher Auffassungen über die Verrechnung der Nebenleistungen (Arzt, Arznei, Therapie, MiGeL und Pflegematerial) gescheitert. Die Wiederaufnahme der Gespräche kann frühestens dann wieder aufgenommen werden, wenn der hängige Entscheid vor Bundesverwaltungsgericht in Sachen Kanton Zürich vorliegen wird.

Medizinische Qualitätsindikatoren

Das BAG ist gesetzlich verpflichtet, medizinische Pflegemessgrössen beziehungsweise Qualitätsindikatoren zu publizieren. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe mit Vertretern von BAG, BFS, GDK, santésuisse, CURAVIVA Schweiz und Fachspezialisten hat Vorschläge für eine Auswahl von Indikatoren erarbeitet. Das Exekutivkomitee des Fachbereichs Alter von CURAVIVA Schweiz hat diese im Grundsatz Ende März 2011 gutgeheissen. Die Resultate der durchgeführten Expertengespräche und der ersten Vernehmlassung bei den Kantonen sowie der Zwischenbericht, wurde am 30. Juni 2014 in Bern präsentiert. Ab 2015 ist die Projektorganisation angepasst (Ausschuss) worden und die Arbeiten für die Durchführung (2016) des Pilotes aufgenommen worden. Die Auswertung und Analyse sollte Ende 2017 vorliegen und das Projekt (Pilot) Ende März 2018 mit einem entsprechenden Antrag an das BAG abgeschlossen werden können. Die prognostizierte Einführung ist nach aktuellem Planungsstand auf 2019 vorgesehen.

Themendossier Medizinische Qualitätsindikatoren

Nationale Begleitgruppe SOMED

Das BFS hat eine Begleitgruppe für die Anpassung der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen (SOMED) an die neue Pflegefinanzierung initialisiert. Die Integration der Akut- und Übergangspflege, der Tages- und Nachtstrukturen und die Adaption der Berufsbezeichnungen ist abgeschlossen. Eine Arbeitsgruppe von CURAVIVA Schweiz setzt sich seit 2014 mit den grundsätzlichen Veränderungsbedürfnissen der SOMED auseinander. Die Vernehmlassung der Bedürfnisse zur Veränderung der SOMED A konnte im Frühjahr 2015 abgeschlossen werden. Ziel ist es, die Anträge zur Verbesserung der SOMED A dem Bundesamt für Statistik bis Ende Juni 2015 einzureichen.

Interessengemeinschaft Pflegefinanzierung

Folgende Verbände haben sich in einer „Interessengemeinschaft Pflegefinanzierung“ zusammengeschlossen: CURAVIVA Schweiz, Association Spitex privée Suisse ASPS, SBK, senesuisse, Spitex Verband Schweiz, Alzheimervereinigung, Integration Handicap, Parkinson Schweiz, Seniorenrat SSR-CSA und Gesundheitsligen GELIKO.

Die IG Pflegefinanzierung hat gemeinsame Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Pflegefinanzierung zusammengestellt.

Ebenfalls hat die IG Pflegefinanzierung Stellung genommen zum Umsetzungsvorschlag der Gesundheitskommission des Ständerates in Zusammenhang mit der parlamentarischen Initiative 14.417 zur Nachbesserung der Pflegefinanzierung.

Allgemeine Informationen zur neuen Pflegefinanzierung

Grundsätzlich gelten seit Anfang 2011 folgende wesentlichste Neuerungen:

  • Die obligatorische Krankenversicherung leistet an die Pflegeleistungen im ambulanten Bereich (Spitex) oder im Pflegeheim wie heute einen Betrag von zwei Milliarden Franken. Den Rest tragen die öffentliche Hand und die Versicherten selber. Die Patienten müssen sich mit maximal 7884 Franken im Jahr an den Kosten beteiligen.
  • Von den Kosten der Übergangs- und Akutpflege in den ersten zwei Wochen nach der Entlassung aus dem Spital übernehmen die Kantone mindestens 55 Prozent und die Krankenkassen höchsten 45 Prozent.
  • Damit Pflegebedürftige im Alter nicht in Not geraten oder ihr Zuhause verlassen müssen, wenn sie selbst oder ihre Ehegatten ins Pflegeheim wechseln, gelten höhere Vermögensgrenzen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV.

Weiterführende Informationen

Bundesamt für Statistik (BFS)
www.bfs.admin.ch

Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK)
www.gdk-cds.ch

Verbände der Schweizer Krankenversicherer
www.santesuisse.ch
www.curafutura.ch

Faktenblatt Pflegefinanzierung

Neuregelung Pflegefinanzierung nach Kanton

Beiträge Fachzeitschrift Curaviva

Gesetzestexte und Verordnungen

Preisüberwacher