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09.09.2020

Förderung der frühen Kindheit

Ein wichtiger Meilenstein konnte nicht erreicht werden.

Gemäss Vorschlag der Bildungskommission des Nationalrates soll die ausserschulische Arbeit mit Kindern bereits ab Geburt und nicht wie bisher ab dem Kindergartenalter vom Bund gefördert und unterstützt werden. Der Bund soll die Kantone dabei unterstützen, entsprechende Massnahmenpakete zu entwickeln und umzusetzen. Auch Finanzhilfen sind vorgesehen: Maximal für vier Kantone pro Jahr, für die Dauer von je drei Jahren in der Höhe von jährlich CHF 100 000 pro Kanton. Nach dem Nationalrat in der Sommersession hat der Ständerat die entsprechende Vorlage jetzt auch behandelt – aber leider mit der Begründung verworfen, die Politik der kleinen Kinder falle ausschliesslich in die Kompetenz der Kantone. Nun wird der Nationalrat noch einmal über die parlamentarische Initiative befinden müssen.

CURAVIVA Schweiz bedauert den ständerätlichen Entscheid. Der nationale Branchenverband hatte Ende 2019 positiv zur Vorlage Stellung genommen. Aus Sicht von CURAVIVA Schweiz fehlen jedoch die zu erreichenden Ziele der Förderung der frühen Kindheit ebenso wie eine kohärente nationale Strategie. So müssen Rollenverteilung, Koordination und Vernetzung unter Kantonen, Gemeinden und nichtstaatlichen Organisationen verbessert werden. Und die Kinder mit Behinderungen sollten explizit einbezogen werden. CURAVIVA Schweiz zählt auf das Parlament, damit – gestützt auf eine verfassungsmässig gültige Grundlage – eine nationale Strategie der Förderung der frühen Kindheit jetzt erarbeitet und verabschiedet wird.