Schutz vor Grippe und Pandemien - Fachinformationen - Themendossiers - Schutz vor Grippe und Pandemien

Schutz vor Grippe und Pandemien

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat auf seiner Website diverse Informationen betreffend Impfempfehlungen für Mitarbeitende im Gesundheitswesen, sowie für Bewohnende in Pflegeinstitutionen und Institutionen für Menschen mit Behinderung zusammengestellt.

Zudem gibt das BAG Unterlagen zur saisonalen Grippe, zur Vogelgrippe und zu Pandemievorbereitungen heraus. Auch kommt es immer wieder vor, dass in einzelnen Institutionen ein Norovirus auftritt, was zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität bei den Bewohnenden führt und mit viel Aufwand sowie Unannehmlichkeiten für die Bewohnenden, Pflegenden und die Institutionen verbunden ist.

Vogelgrippe

Vor einigen Jahren bedrohte die Vogelgrippe die Menschen – ein Virus, das sich aber nicht von Mensch zu Mensch übertrug. Anders das 2009 aufgetretene Virus (H1N1), bekannt unter dem Namen «Schweinegrippe», das auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Eine spezielle Pandemiewebseite des BAG enthält praktische Informationen und Empfehlungen für die Bevölkerung zum eigenen Schutz zu Hause, auswärts und am Arbeitsplatz. Diese Website orientiert sowohl über vorbeugende Massnahmen und das Verhalten bei Auftreten des Virus H1N1 als auch über spezifische Informationen für Fachpersonen.

Pandemiewebseite BAG

Saisonale Grippe   

Bewohnende in Institutionen gehören zu den Risikogruppen von Grippen. Die saisonale Grippe ist nicht mit einer einfachen Erkältung (Schnupfen, Niesen, und Halsschmerzen) gleichzusetzen. Sie kann zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zum Tode führen. Die Grippe wird durch Tröpfchen übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen entstehen. Die Erreger können direkt oder indirekt (z.B. Türklinke) übertragen werden. Das BAG empfiehlt, dass sich das Personal der Institutionen impfen lässt – dies zum eigenen Schutz und auch zum Schutze der Bewohnenden. Auf der Website des BAG sind spezifisch für Fachpersonen diverse Informationen über saisonale Grippen sowie Grippepandemien aufgeschaltet.

Pandemiewebseite BAG

Pandemie   

Es ist nicht auszuschliessen, dass sich aus dem Vogelgrippevirus oder aus einem anderen Grippevirus ein Pandemiestamm entwickelt, welcher von Mensch zu Menschen übertrabgar ist, sich weltweit ausbreitet und eine höhere Morbidität und Mortalität als das saisonale Grippevirus hervorruft. Auf der Website des BAG finden Interessierte Informationen über die vom Bund getroffenen Vorbereitungen, um die Folgen einer allfälligen Influenza-Pandemie so gering wie möglich zu halten. Letztere stützen sich auf die im April 2005 in Kraft getretene Verordnung, welche auch die Kantone einbezieht.

Pandemiehandbuch für Heime:
Curaviva Kanton Zürich hat ein Pandemiehandbuch für Alterseinrichtungen und Heime für Menschen mit Behinderung erstellt (auf deutsch).

Bestellung bei CURAVIVA Kanton Zürich: E-Mail

Beispiel eines Pandemiekonzepts:

Norovirus

Erreger und Übertragung:

Noroviren sind für die Mehrzahl der nicht bakteriell bedingten Durchfälle verantwortlich. Da sie sehr infektiös sind (10 bis 100 Viren genügen für eine Ansteckung), kommt es überall dort zu gehäuftem Krankheitsauftreten, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben. Dies ist insbesondere in Familien, Heimen, Spitälern, Kasernen, Kreuzfahrtschiffen und Kindergärten der Fall. Die Ansteckung erfolgt über den Mund, durch Kontakt mit der Haut (z. B. verunreinigte Hände) bzw. mit Objekten (z. B. kontaminierte Türklinken), durch Inhalation der in der Luft schwebenden Tröpfchen (z. B. nach Erbrechen) oder durch Konsum von verunreinigten Lebensmitteln bzw. Wasser. Noroviren sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse (z. B. gegen Temperaturschwankungen) und können auf verunreinigten Flächen mehr als 12 Tage lang ansteckend bleiben.

Krankheitsbild:

Die Krankheit bricht in der Regel 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung aus; meist abrupt mit oft schwallartigem Erbrechen, starkem Durchfall und häufig begleitet von Bauch-, Muskel- und Kopfschmerzen. Vereinzelt kommt noch Fieber dazu. Nach 2 bis 3 Tagen ist die Krankheit überwunden. Bei der Behandlung ist vor allem auf genügend Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Verbreitung und Häufigkeit:

Noroviren sind weltweit verbreitet. In Europa treten Infektionen vor allem in den Wintermonaten auf – sie können aber das ganze Jahr über durch Import aus anderen Regionen der Welt ausgelöst werden. In der Schweiz erkranken pro Jahr schätzungsweise 400 000 Menschen an einem durch Noroviren verursachten Brechdurchfall. Das Meldesystem des Bundesamts für Gesundheit erfasst Ausbrüche des Norovirus mittels eines Formulars, welches die gesammelte Meldung mehrerer Fälle ermöglicht. Meist wird die Krankheit über die Magen-Darm-Symptome erfasst.

Vorbeugung:

Eine Impfung oder Medikamente zur Vorbeugung gibt es nicht. Wichtig ist eine gute Händehygiene, nämlich gründliches Waschen mit Seife, insbesondere nach jedem Toilettengang. Ausserdem sollten Gegenstände und Oberflächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt gekommen sind, gereinigt und anschliessend desinfiziert werden, z. B. durch verdünntes Javelwasser (0,1 %). Die handelsübliche Javel-Lösung für den Haushaltsgebrauch weist eine Konzentration von 2,5 % auf und muss auf 0,1 % verdünnt werden (2½ dl der Originallösung mit 6 l Wasser mischen). Erkrankte Personen sollten keine Malzeiten zubereiten. Sind sie in gefährdeten Institutionen tätig (Altersheime, Spitäler, Gastronomie, Schulen), sollten erkrankte Personen auch nach Abklingen der Symptome mindestens 2 bis 3 Tage der Arbeit fernbleiben und weiterhin auf gute Hygiene achten.

Impfempfehlungen des BAG für Beschäftige im Gesundheitswesen

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Infektionen zu erkranken und diese zu übertragen. Aufgrund des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 (SR 832.20), die Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) vom 19. Dezember 1983 (SR 832.30) und die Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Gefährdung durch Mikroorganismen (SAMV) vom 25. August 1999 (SR 832.321), sind Arbeitgeber dafür verantwortlich für Beschäftigte, die Gefahr laufen, sich mit impfverhütbaren Infektionserregern anzustecken oder solche zu übertragen, wirksame Impfungen kostenlos anzubieten, wo dies möglich und sinnvoll ist.

Impfen gegen Grippe (BAG)

Fehlende Primovakzinations-  oder Auffrischimpfungen sollten auf freiwilliger Basis und nach Einverständniserklärung durch den Beschäftigten nachgeholt werden. Bei Beschäftigten im Gesundheitswesen, die eine Impfung ablehnen, sind im Falle einer Exposition geeignete Massnahmen zu deren Schutz und zur Verhinderung einer Weiterverbreitung zu ergreifen.

Weitere Dokumente