Anstellung / Austritt - Fachinformationen - Human Resources und Karriere - Anstellung / Austritt

HR BOX

Anstellung / Austritt

Wie findet unsere Institution fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Geeignetes Personal zu rekrutieren, ist eine zentrale Aufgabe des Personalmanagements, aber oft aufwendig und kostspielig. Ob Stellenausschreibung, Überprüfung der Bewerbungsdossiers, Selektion oder Vorstellungsgespräch – in dieser Rubrik erhalten Sie nützliche Empfehlungen, damit Sie Ihre Personalsuche mit vernünftigem Aufwand betreiben können und dabei erfolgreich sind.

Arbeitsverträge können jederzeit gekündigt werden, sowohl von den Arbeitnehmenden wie auch von den Arbeitgebern. Wann darf man jemandem künden? Wie sieht eine formal gültige Kündigung aus? Sollen Arbeitszeugnisse wirklich Geheimcodes enthalten? Und wie muss ein Austrittsgespräch ablaufen, damit ein guter Abschluss des Arbeitsverhältnisses möglich wird? In dieser Rubrik finden Sie nützliche Empfehlungen zu verschiedenen Aspekten rund um Kündigung und Austritt.

Selektion AGS EBA

Selektion von Lernenden

Die seriöse Selektion ist die Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung. Dabei stehen die Betriebe vor der Aufgabe, mit vertretbarem Aufwand genügend Bewerberinnen und Bewerber zu überprüfen und danach die Richtigen zu rekrutieren und anzustellen. In Frage kommt, wer am besten zum definierten Anforderungsprofil für den Ausbildungsplatz passt.

Bei der Ausbildung Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales mit Eidgenössischem Berufsattest (AGS EBA) haben die Führungs- und Personalverantwortlichen Neuland betreten. Nicht nur die Ausbildung an sich war neu. Erstmals umfasst eine Lehre beide Bereiche, den Gesundheits- und den Sozialbereich. Eine weitere Herausforderung ist der zusätzliche Aufwand für die Berufsausbildnerinnen und Berufsausbildner in den Betrieben:

Lernende auf der Attest-Stufe benötigen mehr Unterstützung und Begleitung als ihre Kolleginnen und Kollegen auf der Stufe des Fähigkeitszeugnisses.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente

Links

Merkblätter Handbuch Betriebliche Grundbildung

Multicheck

Basis-Check

Stellwerk-Check

Informationen zu den Berufsbildern von OdA Santé

Informationen zu den Berufsbildern von SAVOIRSOCIAL

Stellenportal sozjob.ch

anforderungeprofile.ch

Praktika vor der Ausbildung

Nicht immer macht ein Praktikum Sinn

Eine vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Erhebung zeigt, dass die meisten Jugendlichen, die eine Lehre als Fachfrau/Fachmann Betreuung abschliessen, vor ihrem Einstieg in die berufliche Grundbildung ein oder sogar zwei Praktika absolvieren. Dies betrifft sowohl den Bereich der Kinderbetreuung in Kindertagesstätten als auch die Behindertenbetreuung.

Problematisch sind dabei jene Anstellungen, die der Zielsetzung eines Praktikums widersprechen, also eigentlich «Pseudo-Praktika» sind: Weder wird eine angemessene Betreuung und Begleitung mit klaren Lernzielen gewährleistet, noch steht eine Lehrstelle im Anschluss in Aussicht. Ebenso wenig weist die/der Praktizierende spezifische Bildungsdefizite auf, die ein Praktikum im Sinne eines Berufsvorbereitungsjahrs rechtfertigen würden. Diese Praxis kann aus Sicht der Berufsbildung wie auch aus arbeitsrechtlichen Aspekten Probleme aufwerfen.

Keine unabhängigen Praktika für Schulabgänger/-innen

Unabhängige Praktika sind – im Gegensatz zu den regulären Praktika – mit keiner Ausbildung verknüpft. In einem Positionspapier weist CURAVIVA Schweiz darauf hin, dass diese unabhängigen, meist mehrmonatigen Praktika sich nur in Ausnahmefällen eignen. So dürfen zum Beispiel Interessens- und Eignungsabklärungen nur im Rahmen von regulären Schnupper- und Selektionspraktika stattfinden und nicht in Form von längeren Praktika.

Strikte Vorgaben für unabhängige Praktika

Personen ohne Zugang zu Brückenangeboten oder einem Berufsfindungsjahr (z.B. Quereinsteigende, Erwachsene mit oder ohne Erstausbildung) können unter folgenden Bedingungen ein unabhängiges Praktikum absolvieren:

  • Das Praktikumsverhältnis ist vertraglich geregelt.

  • Die Ziele des Praktikums sind definiert und die Begleitung und Ausbildung des/der Praktikanten/in sind sichergestellt. Fällt die Eignungsabklärung negativ aus, wird der/die Praktikant/in frühzeitig informiert.

  • Die Entschädigung ist fair und berücksichtigt die Arbeitserfahrung.

  • Das Praktikum dauert maximal ein Jahr.

  • Der/die Praktikant/in erhält ein Arbeitszeugnis.

  • Die Anstellung erfolgt ausserhalb des Stellenplans. In der Dienstplangestaltung ist darauf zu achten, dass der/die Praktikant/in begleitet wird.

  • Es werden höchstens so viele Praktikumsstellen angeboten wie Lehrstellen.

Orientierungshilfe für die Besetzung von Praktikumsstellen

Institutionen aus den Bereichen «Menschen mit Behinderung», «Menschen im Alter» sowie «Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen» kennen diverse Praktikumstypen, die sich zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. Für eine einfache Übersicht der verschiedenen Formen und der damit verbundenen gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen, haben CURAVIVA Schweiz und INSOS Schweiz gemeinsam eine Orientierungshilfe erarbeitet. Diese behandelt alle regulären Praktika, die in einem direkten Bezug zu einer weiterführenden Ausbildung stehen. Dazu gehören z.B. Schnupperlehren, die den Jugendlichen die Berufswahl und den Betrieben die Eignungsabklärung erleichtern. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Praktika im Rahmen eines Brückenangebots oder Berufsvorbereitungsjahrs, das Sozialjahr JUVESO sowie obligatorische Ausbildungspraktika.

Anstellung neue Mitarbeitende

Fachliche und persönliche Eignung von Gesundheitspersonal vor einer Anstellung genau püfen

Der beispiellose Fall einer «falschen Ärztin» schreckte die Öffentlichkeit und die Gesundheitsbranche auf: Obwohl ihr die erforderlichen Berufsdiplome fehlten, fand eine Frau aus Deutschland in Schweizer Gesundheitsinstitutionen immer wieder Anstellungen, dies in mehreren Kantonen und über Jahre hinweg. Um solchen Fällen künftig besser vorzubeugen, hat sich das Bundesamt für Gesundheit mit Empfehlungen an die Branche gewandt, darunter auch CURAVIVA Schweiz. Bereits heute ist der Aufwand der Heime bei der Personalrekrutierung gross. Und die Verantwortlichen gehen dabei mit grosser Sorgfalt vor. Darum muss die fachliche und persönliche Eignung von Gesundheitspersonal vor einer Anstellung genau geprüft werden.

Massnahmen und Angebote

CURAVIVA Schweiz greift die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit auf und ergänzt sie. Die untenstehende Checkliste hilft Arbeitgebern dabei, die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen von Gesundheitspersonal gut abzuklären.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente

Weiterbildungsangebot von CURAVIVA Schweiz

Arbeitszeugnis - richtig formulieren und verstehen

Arbeitszeugnisse

Vollständig und fair

Jede Arbeitnehmerin, jeder Arbeitnehmer hat gemäss Obligationenrecht (OR) Artikel 330a einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dieser Anspruch verjährt gemäss OR erst zehn Jahre nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Es gilt drei verschiedene Arten von Zeugnissen zu unterscheiden: das Zwischenzeugnis, das Zeugnis – auch qualifiziertes Zeugnis genannt – und die Arbeitsbestätigung.

Zwischenzeugnis

Arbeitnehmende können jederzeit ein Zwischenzeugnis verlangen. Es macht vor allem dann Sinn, wenn personelle Veränderungen anstehen, beispielsweise ein Vorgesetztenwechsel. Auch wenn jemand eine neue Funktion übernimmt oder einen Stellenwechsel ins Auge fasst, ist ein Zwischenzeugnis angebracht. Das Zwischenzeugnis wird in der Gegenwartsform geschrieben. Es enthält keine Angaben über das Ende des Arbeitsverhältnisses.

Zeugnis

Das qualifizierte Zeugnis gibt Auskunft über die Art und die Dauer des Arbeitsverhältnisses. Zudem bewertet es die geleistete Arbeit. Das Zeugnis muss vollständig sein. Es darf keine falschen Angaben enthalten und muss den Tatsachen entsprechen.

Arbeitsbestätigung

Die Arbeitsbestätigung hält lediglich die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie die Funktion der Arbeitnehmerin, des Arbeitnehmers fest. Diese Form von Zeugnis kommt meistens dann zum Einsatz, wenn das Arbeitsverhältnis sehr kurz war oder wenn grössere Unstimmigkeiten bei der Beurteilung der Leistung oder des Verhaltens vorliegen.

Prinzip

CURAVIVA Schweiz empfieht, Arbeitszeugnisse nach dem Prinzip wahr, klar und fair zu verfassen.

Inhalt eines Arbeitszeugnisses

Ein vollständiges, mustergültiges Arbeitszeugnis enthält folgende Angaben:

  1. Name, Vorname, Geburtstag, Bürgerort oder Wohnort des Arbeitnehmers

  2. Dauer des Arbeitsverhältnisses und Pensum in %

  3. Funktion des Arbeitnehmers

  4. Tätigkeitsbeschreibung

  5. Arbeitsweise / Arbeitsbereitschaft

  6. Berufserfahrung / fachliches Know-how

  7. spezielle Fähigkeiten und Eigenschaften

  8. Verhalten und Zusammenarbeit

  9. Eventuell Führungsqualitäten

  10. Eventuell Ausbildungserfolg, zum Beispiel bei Lehrlingen/Praktikanten

  11. Zeugnisgrund oder Austrittsgrund

  12. Dankes- und Bedauernsformel

  13. Ausstellungsdatum und -ort

  14. Unterschrift des Arbeitgebers

Besser keine Geheimcodes in Arbeitszeugnissen

In der Vergangenheit wurden codierte Ausdrücke in Arbeitszeugnissen öfters verwenden und sind darum in älteren Zeugnissen nach wie vor sehr verbreitet. Codierte Formulierungen sorgen eher für Verwirrung, und es besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen angeblicher versteckter Botschaften. CURAVIVA Schweiz empfiehlt in Arbeitszeugnissen eine uncodierte Sprache zu verwenden und dies am Schluss des Textes auch zu vermerken.

Fachinformationen und Arbeitsinstrumente

Links

Online-Tool Arbeitszeugnis swiss+

Arbeitszeugnisgerator gratis

Weiterbildungsangebot von CURAVIVA Schweiz

Arbeitszeungnis - richtig formulieren und verstehen