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Demenzbox

Einleitung und Zielsetzung

Für Fachpersonen, die sich mit der Begleitung und der Pflege von betroffenen Menschen befassen, ist es eine Herausforderung, inmitten der vielen Publikationen den Überblick über die verschiedenen thematischen Ansätze und Konzepte, aber auch über die neu entstehenden und innovativen Projekte zu behalten oder sich kurz und knapp mit diesen vertraut zu machen. Für diese herausfordernde Situation leistet die Online-Demenzbox von CURAVIVA Schweiz (Fachbereiche Alter und Erwachsene Menschen mit Behinderung) und INSOS Schweiz Unterstützung.

Im Fokus stehen die Bereiche der stationären Langzeitpflege und der Behindertenhilfe, welche Dienstleistungen für Menschen mit einer Demenzerkrankung respektive Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer Demenzerkrankung erbringen. In den Themenboxen finden sich die wichtigsten Ansätze, Konzepte, Modelle und Aspekte zur stationären Demenzbetreuung. Es wurde darauf verzichtet, diese miteinander zu vergleichen oder fachlich zu bewerten. Sie sind jeweils kurz beschrieben, werden ergänzt durch vertiefende Literaturvorschläge und Direktlinks zu weiterführenden Quellen. Die Demenzbox ist kein Nachschlagewerk oder Rezeptbuch, das «die» richtigen Interventionen in einer konkreten Situation vorschlägt. Vielmehr dient sie dazu, sich in diesem komplexen Themenfeld zu orientieren und sich gezielt über bestimmte Themen informieren zu können.

Verschiedene wichtige Themen, zum Beispiel die Finanzierung der Begleitung von Menschen mit Demenz oder der Aufbau von patientennahen geeigneten Versorgungsstrukturen, sind hier nicht aufgenommen. Wir verweisen dafür auf die Arbeiten der Nationalen Strategie Demenz und auf das Themendossier von CURAVIVA Schweiz unter den Fachinformationen der Website.

Die Wahl einer Online-Version der Demenzbox beruht insbesondere auf der Überlegung, dass Inhalt und Form der beschriebenen Ansätze und Anregungen bei Bedarf leicht ergänzt und aktualisiert werden können. Dies entspricht der Aufgabenstellung der Demenzbetreuung, die sich (noch) stark in einer Phase des Suchens nach geeigneten Rahmenbedingungen, sinnvollen Interventionen und Massnahmen befindet. Neue, innovative Ideen und Vorschläge aus der konkreten Praxis werden gezielt in der Demenzbox «Beispiele aus der Praxis» beschrieben und laufend ergänzt. An diesem Prozess auf der Suche nach hilfreichen Begleitungsmassnahmen sind alle eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Die adäquate Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz ist in der Langzeitpflege und zunehmend auch in der Behindertenhilfe ein wichtiges Thema. Die Inhalte der Demenzbox richten sich dementsprechend an ein breites Fachpublikum sowohl mit medizinisch/pflegerischem wie auch agogischem Hintergrund. In der Demenzbox wurden Ansätze und Konzepte aus beiden Bereichen berücksichtigt. Dies soll aber nicht bedeuten, dass sich gewisse Abschnitte der Demenzbox nur an bestimmte Zielgruppen richten. Vielmehr soll die Breite der Demenzbox zum Blick über den eigenen Fachbereich hinaus anregen. Je nach beruflichem Hintergrund können jedoch gleiche Ausdrücke (z.B. «Begleitung» oder «Betreuung») unterschiedlich gedeutet (und auch bewertet) werden. Die Nutzerinnen und Nutzer der Demenzbox sind daher gebeten, beim Lesen die unterschiedlichen beruflichen Kulturen zu berücksichtigen.

Testimonials Demenzbox

Felix Bohn

Damit die bauliche Struktur moderne Betreuungs- und Pflegekonzepte optimal unterstützen kann, muss sie auch zusammen mit Pflegeexpertinnen und Gerontologen entwickelt und beurteilt werden. Solange Pflegezentren und Wohnbereiche für Menschen mit Demenz von Personen geplant und bei Jurierungen beurteilt werden, die kein Pflegewissen und keine spezialisierte Pflegeerfahrung mitbringen, werden vielerorts weiterhin mangelhafte Wohngebäude für demenzkranke Menschen entstehen.

Felix Bohn, dipl. Architekt ETH, Zürich

Eckhard Feddersen

Architektur soll dabei liebevolle Gefühle ermöglichen und fördern - durch verständliche Wege und gute Gerüche, durch den Unterschied zwischen Bewegung und Stille, zwischen Höhle und Saal. Dafür sind Unterscheidungsmerkmale nötig, die eine Wahl erst möglich machen: zwischen weichem Teppich, warmem Holzfußboden oder kühleren Plattenfußböden. Zwischen dunklen und hellen Ecken, zwischen geringer Farbigkeit im öffentlichen Bereich und starker individueller Einfärbung des Privaten.

Eckhard Feddersen, Architekt Berlin

Michael Schmieder

Es muss vor allem darum gehen, Räume zu entwickeln, in denen Menschen sich wohlfühlen können ohne von einem Raumkonzept überfordert zu sein. Dabei sind die Schwerpunkte auf Ästhetik, wohlwollende Materialisierung, Auseinandersetzung mit den verschiedenen Elementen und Einfachheit in der Nutzung zu legen. Nach meinem Dafürhalten lassen sich solche Bauten am ehesten im Bereich von Wellnesshotels aufzeigen. Mit schönen Räumen drückt sich eben eine Haltung aus zu diesen Menschen und Menschen nehmen sich selber als «wertvoller» war, wenn sie in wertvollen Räumen leben dürfen.

Michael Schmieder, Verwaltungsrat Sonnweid Wetzikon

Nationale Demenzstrategie

Der Mensch mit Demenz und seine Bezugspersonen stehen im Zentrum der Nationalen Demenzstrategie. Die mit der Erkrankung einhergehenden Belastungen sollen verringert und die Lebensqualität verbessert werden. Den Betroffenen sollen während des gesamten Krankheitsverlaufs koordinierte und bedarfsgerechte Angebote zur Verfügung stehen.

In der «Nationalen Demenzstrategie 2014–2019» wurden vier Handlungsfelder definiert. Diese beinhalten insgesamt 9 Ziele und 18 Projekte.

CURAVIVA Schweiz hat sich intensiv an der Erarbeitung von Grundlagenmaterialien zum Handlungsbedarf sowohl für Menschen im Alter wie für Menschen mit einer Behinderung beteiligt. Dazu dienten u.a. die Resultate einer Online-Befragung durch die Firma QUALIS Evaluation zum gegenwärtigen Stand der stationären Demenzbetreuung und zum aktuellen Handlungsbedarf.

Darüber hinaus haben die Fachbereiche Menschen im Alter und Erwachsene Menschen mit Behinderung von CURAVIVA Schweiz zusammen mit INSOS Schweiz im Rahmen der Nationalen Strategie Demenz die Umsetzung der Ziele des Projekts 3.5 «Förderung der demenzgerechten Versorgung in der stationären Langzeitpflege und -betreuung» übernommen. Das Ergebnis dieses Projekts ist die hier vorliegende Demenzbox.

Literatur

Hilfreiche Internetseiten

Schweizerische Alzheimervereinigung

Deutsche Alzheimergesellschaft

Alzheimerpunktch

Demenz Support Stuttgart GmbH

Generelle Literatur zu verschiedenen Themen

Mühlegg-Weibel, Andrea u.a.: Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis. SeneCura Kliniken und Heimbetriebs GmbH, Senevita AG, Sonnweid Campus, 2011.

Fachzeitschrift von CURAVIVA Schweiz

Literatur zu den einzelnen Themenboxen

Impressum

Herausgeber: CURAVIVA Schweiz in Partnerschaft mit INSOS Schweiz

Zieglerstrasse 53
Postfach 1003
3000 Bern 14
Telefon 031 385 33 33
info@curaviva.ch
info@insos.ch

www.curaviva.ch
www.insos.ch

Die Erarbeitung der Demenzbox ist Teil des Projekts 3.5 «Förderung der demenzgerechten Versorgung in der stationären Langzeitpflege und -betreuung» der Nationalen Demenzstrategie. Das Projekt wurde vom BAG und vom BSV finanziell unterstützt.

Aus Gründen der Verständlichkeit kann es vorkommen, dass im Text nur die männliche oder die weibliche Form gewählt wird. Es sind aber immer beide Geschlechter gemeint.