Kommunikation und Beziehungsgestaltung - Fachinformationen - Demenz - Kommunikation und Beziehungsgestaltung

Demenzbox

Kommunikation und Beziehungsgestaltung

Einleitung Kommunikation

Die Kommunikation mit Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, basiert zwingend auf einer anerkennenden und respektvollen Haltung. Verschiedene in dieser Demenzbox vorgestellte Autorinnen und Autoren formulieren Grundregeln für eine Kommunikation, welche die erschwerte Informationsaufnahme und -verarbeitung bei Menschen mit einer Demenzerkrankung berücksichtigen. Die gleichen Grundregeln sind auch für Menschen mit geistiger und mehrfachen Behinderungen und einer demenziellen Erkrankung gültig und anwendbar.

Weiterführende Literatur
Schweizerische Alzheimervereinigung. (2012). Sich verständigen - auch mit Demenz.
Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Wegweiser Demenz.

Kommunikationsformen

Unterstützte Kommunikation

Das Fachgebiet der unterstützten Kommunikation (UK), international auch als Augmentative and Alternative Communication (AAC) bezeichnet, stammt aus dem Bereich der Behindertenarbeit. Als eine der neuen Zielgruppen rücken auch Menschen mit fortschreitenden Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS) und Demenz in den Fokus.

Um das Potenzial von Unterstützter Kommunikation breit bekannt zu machen, wurde 1990 die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (ISAAC) gegründet. Ein Handbuch wurde 2003 geschaffen, welches die wichtigsten Informationen des vielfältigen und vielschichtigen Themas zugänglich macht und jährlich aktualisiert wird.

Mit der unterstützten Kommunikation soll die kommunikative Situation von Menschen verbessert werden, die in ihren laut- und/oder schriftsprachlichen Fähigkeiten stark eingeschränkt sind. Zur Unterstützung werden verschiedene spezifische Kommunikationsformen eingesetzt: körpereigene Formen (z.B. Mimik, Gestik, Handzeichen, Gebärdensprache, Gebärdensammlung), aber auch Zeichen und Zeichensysteme (z.B. Objekte, grafische, taktile oder manuelle Zeichen). «Diese werden auf einfachen technischen, nicht elektronischen Kommunikationsmitteln und/oder elektronischen Kommunikationshilfen individuell zusammengeführt» (Knobel Furrer & Lage, 2015, S. 55).

Auch bei einer Demenzerkrankung besteht die zentrale Zielsetzung darin, den Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie gehört und verstanden werden.

Weiterführende Literatur
Knobel Furrer, C., Lage, D. (2015). Mitbestimmung braucht eine Stimme. 30 Jahre Unterstützte Kommunikation in der Schweiz. In: CURAVIVA Fachzeitschrift, S. 55–59.
Weid-Goldschmidt, B. (2013). Zielgruppen unterstützter Kommunikation. Fähigkeiten einschätzen – Unterstützung gestalten. Karlsruhe.
Loeper, A. (2013). Handbuch der Unterstützten Kommunikation. (10. Aufl.), Karlsruhe.

Hilfsmittelverkauf und -beratung
Hilfsmittelverkauf und -beratung (fst)
LIFEtool – computer-aided communication
Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation
Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (international)
UK-Netzwerk
Insieme Schweiz

Gestützte Kommunikation

Zu unterscheiden von der unterstützten Kommunikation ist die gestützte Kommunikation. Die gestützte Kommunikation (englisch: facilitated communication, FC) wurde von der australischen Pädagogin Rosemary Crossley Ende der 1970er-Jahre entwickelt (vgl. Nussbeck, 2014). In der gestützten Kommunikation wird die kommunikationsbeeinträchtigte Person von einer Person bei der Bedienung einer Kommunikationshilfe unterstützt. Dabei wird die Hand, das Handgelenk oder der Arm der kommunikationsbeeinträchtigten Person beim Tippen auf eine Tastatur gestützt. Die stützende Person gibt gewissermassen den von der beeinträchtigten Person initiierten Impuls weiter an die Kommunikationshilfe.

Diese Methode wird in Wissenschaft und Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.

Weiterführende Literatur
Nussbeck, S. (2014). Das Konzept der Gestützten Kommunikation – Beschreibung und kritische Bewertung. In E. Wilken (Hrsg.), Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung in Theorie und Praxis (4. Aufl). Kohlhammer.
Crossley, R. (1997). Gestützte Kommunikation. Ein Trainingsprogramm. Beltz.

Einfühlsame Kommunikation nach Sabine Engel

Sabine Engel (2012) hat die Beziehungsqualität zwischen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung und ihrem Umfeld in einer Forschungsstudie wissenschaftlich untersucht und Konzepte zur Verbesserung der Interaktion bei Kommunikationsstörungen entwickelt. Als Kernelemente der einfühlsamen Kommunikation nennt sie:

  • Nicht auf Fehler oder Defizite hinweisen
  • Vorsichtige Hilfestellungen bei Wortfindungsproblemen
  • Störreize vermeiden
  • Sich bei Gesprächen im Blickfeld des Gegenübers aufhalten
  • Wenn der Gesprächsfaden verloren geht, vorsichtig den «gerissenen» Gedanken aufnehmen
  • Kurze und einfache Sätze verwenden
  • Ein Satz soll nur eine Botschaft enthalten
  • Langsam und mit Pausen sprechen
  • Falls vorhanden Zahnprothese, Hörgeräte und Brille nutzen
  • Vorsicht walten lassen bei Pronomen, lieber Namen nennen
  • Eindeutige Mimik und Gestik einsetzen
  • Themenwechsel langsam vorbereiten
  • Vorsicht bzw. verzichten auf Ironie, indirekten Sprechakten und bildhaften Redewendungen
  • Schlüsselwörter betonen
  • Zur Kommunikation aktivieren

Weiterführende Literatur
Engel. S. (2012). Alzheimer & Demenzen. Die Methode der einfühlsamen Kommunikation. Stuttgart.

Effektive Kommunikation nach Svenja Sachweh

Mit verschiedenen Schwierigkeiten der Verständigung durch Krankheiten im Alter befasst sich die Linguistin Svenja Sachweh (2012). Aus ihren Erkenntnissen der sprachwissenschaftlichen Gesprächsforschung leitet sie Folgerungen für den kommunikativen Alltag in der Pflege, Betreuung und Begleitung ab. Dabei beschäftigt sie sich einerseits mit Gefahren der Kommunikation im konkreten Alltag der Pflege, Betreuung und Begleitung von Menschen im Alter. Die Sprache drückt eine Haltung aus. Diese Haltung ist geprägt von einem Menschenbild. Oft ist es auch unüberlegtes Reden und Unachtsamkeit. Die Wertschätzung den Menschen gegenüber lässt weder eine abwertende Anrede, die Verwendung der Babysprache, des Krankenschwester-Wir (zum Beispiel: «Wir gehen jetzt schön ins Bett») noch unangemessen Lautstärke zu.

Eine effektive Kommunikation ist hilfeich bei ausgewählten Krankheitsbildern: Schwerhörigkeit, Sehbehinderung, Depression, Parkinson-Krankheit, Aphasie (Sprachstörung), Verstummung – und im Speziellen auch bei Menschen mit einer Demenzerkrankung.  

Weiterführende Literatur
Sachweh, S. (2012). «Noch ein Löffelchen?» Effektive Kommunikation in der Altenpflege. Bern.
Sachweh, S. (2008). Spurenlesen im Sprachdschungel. Kommunikation und Verständigung mit demenzkranken Menschen. Bern.

Nonverbale Interaktion: Kommunikation ohne Worte (KoW)

Einschränkungen von Sprachproduktion und Sprachverständnis bei Menschen mit einer Demenzerkrankung erfordern, dass bei der Interaktion der Schwerpunkt auf die nonverbalen Kommunikationsmöglichkeiten gelegt wird. Bei Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung kann die Kommunikation schon auf Grund der Behinderung eingeschränkt sein.

Ziel des Interaktionskonzeptes Kommunikation ohne Worte – KoW® von Astrid Steinmetz ist der Erhalt der Beziehungsebene über den nonverbalen Dialog. Das grundlegende Verständnis von zwischenmenschlichen Beziehungen im Rahmen der KoW basiert auf der Rezeption des dialogischen Prinzips des Philosophen Martin Buber (1878–1965): Individuelles Bewusstsein entsteht in der Begegnung mit anderen Menschen und der materiellen Welt. Sowohl verbale als auch nonverbale Kommunikation bieten die Möglichkeit zum Dialog, dazu gehören auch Nähe-Distanzverhalten, Geruch, Körperhaltung, Körperspannung, Atmung, Blickontakt, Berührung, etc. 

Die Grundvoraussetzung der nonverbalen Kommunikation ist die Bereitschaft des Gegenübers da zu sein, achtsam zu sein und die jeweiligen Einschränkungen bzw. Beeinträchtigung zu erkennen und in die Kommunikation einzubinden. Bereits das ‘mitteilende Schweigen’ ist Basis eines Dialogs, welcher sich ganz ohne Worte ausdrücken kann.

Weiterführende Literatur
Psychologie 48 - Das Psychologie-Lexikon (2017). Das dialogische Prinzip.
Steinmetz, A. (2015). Kommunikation ohne Worte – KoW. Der nonverbale Dialog.
Steinmetz, A. (2016). Nonverbale Interaktion mit demenzkranken und palliativen Patienten. Kommunikation ohne Worte – KoW. Wiesbaden.
Argyle, M. (2005), Körpersprache und Kommunikation. Das Handbuch zur nonverbalen Kommunikation, Paderborn: Junfermann 

Das «ABC» der verbalen Kommunikation nach Jenny Powell

Eine Strategie zur Lösung von Problemen in der verbalen Kommunikation mit Menschen mit einer Demenzerkrankung stellt Jenny Powell mit dem Motto «ABC» vor. Bei «Fehlern» bzw. «Falschaussagen» stellt sich der Interaktionspartner zunächst selbst die Frage nach der möglichen Ursache, bevor er reagiert. Im Weiteren wird von Powell eine Abfolge (ABC) von drei Interaktionen benannt, die in der direkten Kommunikation dazu führen, dass sich der Mensch mit einer Demenzerkrankung als Person wahrgenommen, ernst genommen und angenommen fühlen kann. Die Abkürzung «ABC» steht für:

A: Avoid confrontation (Vermeide die Konfrontation)

B: Be practical (Handle pragmatisch)

C: Clarify the feelings and comfort (Formuliere die Gefühle des Betroffenen und spende Trost)

Das ABC-Motto nach J. Powell

Weiterführende Literatur
Powell, J. (2011). Hilfen zur Kommunikation bei Demenz. Kuratorium Deutsche Altershilfe (7. Aufl.).

Humanitude – zuwendungsorientierte Pflege nach Yves Gineste und Rosette Marescotti

Dieser Kommunikationsansatz geht auf das Ehepaar Yves Gineste und Rosette Marescotti zurück. Ihnen fiel auf, dass die betreuenden, begleitenden und pflegenden Personen oftmals keinen Blickkontakt mit ihrem Gegenüber halten. Besonders bei Menschen mit einer Demenzerkrankung wurde der Blickkontakt auffällig selten oder nie gesucht. Ausgehend von diesen Beobachtungen entwickelten sie den Ansatz der «Kontaktanbahnung» (les préliminaires).

Die Pflegemethodik Humanitude stellt die Beziehung zum Menschen in den Mittelpunkt. Dabei steht die Qualität menschlicher Beziehungen und nicht die fachtechnischen Handlungen der Begleitung, Unterstützung, Betreuung und Pflege im Vordergrund. Beziehungsgestaltung geschieht durch die Kontaktaufnahme bzw. die Art und Weise, wie man jemanden ansieht, ihn anfasst und mit ihm spricht.

Inzwischen gibt es 16 Instituts Gineste-Marescotti (IGM) in Frankreich, Belgien und Kanada. In Weiterbildungen und Nachschulungen lernen Pflegekräfte und Ärzte in geriatrischen Einrichtungen, ihre Gestik, ihre Mimik und ihre Sprache bewusst einzusetzen, sodass sie das Vertrauen und die Mitwirkung auch schwer kognitiv behinderter Menschen gewinnen.

In Deutschland setzt sich der Pflege-Selbsthilfeverband (Pflege-SHV) für die Bekanntmachung der Methodik von Gineste-Marescotti ein.

Validation

Validation nach Naomi Feil

Die Validation ist eine Kommunikationsmethode, die von der amerikanischen Gerontologin Naomi Feil entwickelt wurde. Die Bezeichnung Validation leitet sich vom englischen Verb to validate (für gültig erklären) und dem lateinischen Verb valere (wert sein) ab.

Bei der Validation wird die Realität des Gegenübers akzeptiert und seinen Gefühlen mit Wertschätzung begegnet. Schliesslich ist es das «Ziel der Validation, über die Gefühlswelt der betroffenen alten Menschen und unter Berücksichtigung biografischer Faktoren einen Zugang zu ihrer Erlebniswelt zu erhalten. Dabei geht es auch darum, alte Konflikte zu lösen» (Lauber & Schmalstieg, 2012, S. 153). Denn ein zentraler Ausgangspunkt für Feil ist die Vorstellung, dass desorientierte alte Menschen in wiederkehrenden Fragen, Sätzen und Handlungen unerledigte Aufgaben in ihrem Leben oder unvollendete Lebenssituationen zu verarbeiten bzw. abzuschliessen versuchen.

«Validation ist ein Prozess, durch den verwirrte, sehr alte Menschen verbal und nonverbal kommunizieren können, egal was sie gerade auf dem Herzen haben oder wo sie in Gedanken sind. Das Ziel der Validation ist es, dem Menschen in seiner eigenen Wirklichkeit so zu begegnen, dass er nicht alleine ist» (Feil & de Klerk-Rubin 2017, S. 56).

Gemäss Feil können mit der Validation u.a. Selbstwertgefühl, Wohlbefinden, aber auch etwa das verbale Ausdrucksvermögen gesteigert werden (vgl. Feil & de Klerk-Rubin 2017, S. 56f).

Weiterführende Literatur
Lauber, A., Schmalstieg, P. (2012). Prävention und Rehabilitation. Verstehen und Pflegen, Bd. 4 (3. Aufl). Thieme.
Leuenberger, B. (2010). Validation nach Naomi Feil. «Validieren heisst: In den Schuhen des anderen gehen.» CURAVIVA Fachzeitschrift, 2, S. 10–13.
Thöne-Otto, A. (2014). Validation. In M. A. Wirtz (Hg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (18. Aufl.), S. 1759.
Feil, N., de Klerk-Rubin, V. (2017). Validation. Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen (11. Aufl.). München und Basel.

Europäische Vereinigung Validation nach Naomi Feil
Weiterbildungen «Validation nach Naomi Feil» in der Schweiz

Integrative Validation nach Nicole Richard® (IVA)

Die Integrative Validation nach Nicole Richard® ist eine Kommunikationsmethode, die auf einer gewährenden und wertschätzenden Grundhaltung beruht. Sie stellt eine Weiterentwicklung der Validationsmethode nach Naomi Feil dar.

Auch die Validation nach Richard beruht auf dem personenzentrierten Ansatz und geht von der grundsätzlichen Wertschätzung des Gegenübers aus. Während es für Feil allerdings ungelöste Angelegenheiten oder Konflikte sind, die hinter der Desorientiertheit stehen, erkennt Richard die neuropathologische Situation als Ausgangspunkt des desorientierten Verhaltens der Betroffenen an. Die Integrative Validation nach Nicole Richard® ist eine Kommunikationsmethode, die auf einer gewährenden und wertschätzenden Grundhaltung basiert. Entsprechend ist die Integrative Validation keine Therapieform (vgl. Moseke, 2005). Vielmehr geht es um die Anerkennung der Gefühle, die hinter dem Verhalten stehen: «Die Betroffenen äussern Gefühle (z.B. Trauer, Ärger, Misstrauen), die zunehmend Zentrum ihres Erlebens und Grundlage ihres Verhaltens sind. Die IVA bestätigt und benennt diese Gefühle und Antriebe, erklärt sie für gültig und richtungweisend. Menschen mit Demenz fühlen sich verstanden und ernst genommen» (Richard, 2009, S. 20).

Dieser ressourcenorientiertere Ansatz eignet sich auch gut für die Arbeit mit Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung.

Besondere Merkmale der Integrativen Validation nach Nicole Richard®

Weiterführende Literatur
Moseke, A. (2005). Wenn nichts mehr ankommt – Demenzkranke als neue Klientengruppe für die Sozialpädagogik. Diplomarbeit zur Diplomprüfung an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen.
Institut für Integrative Validation
Richard, N. (2009). Integrative Validation und Bewegung / Validation intégrative et mouvement. In PHYSIOACTIVE, 2, S. 18–21.
Richard, N., Richard, M. (2016). Integrative Validation nach Richard. Menschen mit Demenz wertschätzend begegnen (2. Aufl.). Herausgegeben vom Institut für Integrative Validation. Bollendorf.

VA-CH Validation Schweiz

VA-CH Validation Schweiz ist eine Haltungs- und Kommunikationsmethode, die auf eine wertschätzende und eine auf Achtung basierende Begleitung von Menschen mit einer Demenzerkrankung zielt. Bei dieser Methode geht es um die Erfassung der Bedürfnisse und Gewohnheiten der an Demenz erkrankten Person. Durch die (erneute) Integration dieser Bedürfnisse und Gewohnheiten in den Alltag sollen die Bedürfnisse und Gewohnheiten erhalten und gefördert werden. Krankheitsverlauf, Phasen und Demenzform der erkrankten Person werden berücksichtigt und die dabei zentralen Themen und spezifischen Merkmale werden aufgenommen, um eine auf den Menschen in seiner Lebenswelt bezogene Begleitung zu ermöglichen. Die Methode arbeitet hinsichtlich der Vermeidung von Krisen präventiv, umfasst aber auch eine gezielte Krisenintervention.

Weiterführende Informationen
Schulung, Fachberatung, Support zur Begleitung von Menschen mit Demenz durch VA-CH Validation Schweiz.

Validation nach Brigitte Scharb

Das von Brigitte Scharb entwickelte Pflegekonzept der «Speziellen validierenden Pflege» ist als ein offenes und für andere Modelle und Konzepte anknüpfungsfähiges Konzept zu verstehen (Scharb, 2008). Übergeordnetes Ziel dabei ist die Befriedigung psychosozialer Grundbedürfnisse, etwa nach Geborgenheit oder Sicherheit. Das Ermitteln von Bedürfnissen und Gewohnheiten mittels Techniken der Validation steht im Mittelpunkt des Interesses. Ein wichtiger Stellenwert kommt der sensorischen Stimulation zu, um die Befriedigung der psychosozialen Grundbedürfnisse bei Menschen in einem höheren Stadium des Rückzugs zu ermöglichen (Scharb, 2005).

«Eine möglichst umfassende Erfassung der persönlichen Biographie dieser Menschen, eine präzise Pflegeanamnese und Erstellung der psychosozial relevanten Pflegediagnosen, Erfassung der gegenwärtigen psychosozialen Probleme der KlientInnen und eine präzise, realistische Zielsetzung bilden den unverzichtbaren Grundstock, auf welchem aufbauend umfangreiche validierende Pflegemassnahmen gesetzt werden» (Scharb, 2008, S. 2).

Scharb hat eine Pflegedokumentation entwickelt, welche den Erfolg der jeweiligen Zielsetzungen transparent und über den Moment der Massnahmensetzung hinaus beobachtbar machen soll.  Massnahmen- und Zielsetzung können so laufend korrigiert und verbessert werden.

Quellen und weiterführende Literatur
Scharb, B. (2005). Spezielle validierende Pflege (3. Aufl.). Wien.
Scharb, B. (2008). Spezielle validierende Pflege. Vortrag bei der INTEGRA.