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18.06.2018

Umgang mit Sterben und Tod

Richtlinien der SAMW, Juni 2018.

Die gesellschaftliche Entwicklung und neuen medizinischen Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die bisherigen Richtlinien «Lebensende» durch die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW umfassend überarbeitet wurden. Der erste Entwurf wurde in Vernehmlassung gegeben und auch CURAVIVA Schweiz hat eine Stellungnahme eingereicht.

Die neuen Richtlinien zum Umgang mit Sterben und Tod wurden nun in Kraft gesetzt und veröffentlicht. Thematisiert werden die Betreuung in der Sterbephase, das Gespräch mit Patientinnen und Patienten, bei denen eine tödlich verlaufende Erkrankung diagnostiziert wurde sowie der Umgang mit Sterbewünschen. Dabei wird die Autonomie und die Forderung nach Selbstbestimmung viel stärker gewichtet. Zudem wird neu auch der Wunsch nach Suizidhilfe bei Patientinnen und Patienten behandelt, deren Todesursache noch nicht absehbar ist.

In der Stellungnahme hat CURAVIVA Schweiz, auch unter Berücksichtigung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), darauf hingewiesen, dass nebst dem Alters-, Kinder- und Jungendbereich, der Geltungsbereich auch Menschen mit geistiger, psychischer und mehrfacher Behinderung miteinschliessen soll. Dem wird in den Richtlinien unter dem Kapitel «Grundsätze» nun klar Rechnung getragen mit der Aussage «nicht urteilsfähige Patientinnen haben ein Recht auf Partizipation am Entscheidungsprozess».  

CURAVIVA Schweiz zeigt sich erfreut, dass die SAMW dieser Forderung sowie auch dem Anliegen der Komplexität des Kommunikationsprozesses, der zum Teil auf Grund von Einschränkungen massiv erschwert ist, nachgekommen ist und explizit darauf hinweist.

Inhaltlich hilfreich ist auch der Anhang der Richtlinien, welcher in einem ersten Teil ein Glossar umfasst, das für nicht medizinisch und pflegerisch geschulte Personen gängige Begrifflichkeiten erklärt sowie im zweiten Teil Behandlungsziele im Umgang mit Sterben und Tod erläutert.

Die Richtlinien stellen somit einen guten Leitfaden für die Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Tod im Alters- und Pflegeheim-, wie auch im Behinderten- und Kinder- und Jugendbereich dar.  

>> Richtlinien zum Umgang mit Sterben und Tod

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