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19.08.2019

Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Betreuung von Angehörigen

Der Bundesrat hat ein ausgewogenes und zielführendes Massnahmenpaket geschnürt.

 

Ende August 2019 beginnt die Sozialkommission des Nationalrates die Beratung eines Mantelerlasses zur Entlastung der erwerbstätigen Personen, die kranke Angehörige betreuen. Der entsprechende Entwurf des Bundesrates sieht drei Massnahmen vor, die grundsätzlich sinnvoll sind: CURAVIVA Schweiz

  • unterstützt die Grundzüge des vorgesehenen Urlaubes im Fall von kurzzeitigen Abwesenheiten für die Betreuung eines kranken oder verunfallten Angehörigen bzw. Kindes.

  • begrüsst grundsätzlich die vom Bundesrat vorgeschlagene Entschädigung für die Betreuung eines wegen Krankheit oder Unfall gesundheitlich schwer beeinträchtigten Angehörigen bzw. Kindes (Betreuungsentschädigung). Jedoch hält der nationale Branchenverband die vorgesehene maximale Dauer des Urlaubs von 14 Wochen innerhalb einer Rahmenfrist von 18 Monaten für überhöht. Je nach Firma kann diese Dauer der Abwesenheit den Arbeitgeber in eine schwierige Situation bringen. Der nationale Branchenverband hält daher eine maximale Dauer von 10 Wochen für angemessener.
    Ferner ist die vorgesehene Finanzierung dieser Massnahme durch ein Zurückgreifen auf die Erwerbsersatzordnung (EO) zu überdenken, da dies zu einer Verlagerung der Pflege auf Angehörige führen würde, die heute von Professionellen geleistet wird.
    Demgegenüber begrüsst CURAVIVA Schweiz, dass der Bundesrat weder eine Vorversicherungs- noch eine Mindesterwerbsdauer vorschlägt und eine Bemessung der Betreuungsentschädigung nach den Regeln der Mutterschaftsentschädigung sowie die Einführung einer klaren Definition des Begriffs «gesundheitlich schwer beeinträchtigtes Kind» vorsieht.

  • begrüsst die vom Bundesrat vorgeschlagene Erweiterung der AHV-Betreuungsgutschriften.

Unter dem Strich hat der Bundesrat ein ausgewogenes, realitätsnahes und zielführendes Massnahmenpaket geschnürt. Begrüsst wird insbesondere, dass der Entwurf des Bundesrates den heutigen Realitäten der Familien- und Paarstrukturen umfassend Rechnung trägt, und gleichzeitigt trotzdem klare Leitplanken setzt.