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17.09.2021

Annahme Motion «Nurse to patient-ratio»

CURAVIVA Schweiz warnt vor kaum absehbaren Folgen.

Der Nationalrat hat am 16. September 2021 der BDP-Motion 19.4053 «Einführung einer ‘nurse to patient ratio’ in der Pflege zugestimmt. Eine qualitative und wirtschaftliche Notwendigkeit» zugestimmt. CURAVIVA Schweiz bedauert diesen Entscheid.

Der nationale Branchenverband setzt sich stets für eine Verbesserung der Qualität in den sozialmedizinischen Institutionen ein. Dass es dafür genügend Personal braucht, ist unbestritten. Allerdings erachtet der Verband die Einführung einer fix definierten «nurse to patient-ratio» (NPR) nicht als zielführendes Instrument. Intuitiv liegt zwar der Schluss nahe, dass eine solche Ratio die Qualität automatisch verbessern müsste. Allerdings zeigen Studien zur Fragestellung keine eindeutigen Resultate; nicht in allen Fällen kann der Zusammenhang zwischen Personalausstattung und Pflegequalität gezeigt werden.

Eine «nurse to patient-ratio» hätte wiederum für die die Institutionen nicht absehbare Auswirkungen: Sie würde nicht nur die Flexibilität der Betriebe einschränken, die Personalzusammensetzung auf den individuellen Pflegebedarf der Bewohnerinnen und Bewohner anzupassen, sondern auch die Umsetzung wäre äusserst unklar, schon allein deshalb, weil es kein nachweisbares und belastbares «ideales» oder «richtiges» Pflegefachpersonen-Patienten-Verhältnis gibt.

Und schliesslich sind die Konsequenzen der Motion nicht klar, wenn ein Leistungserbringer trotz aller Anstrengungen nicht genügend oder kein Personal findet und die NPR nicht oder auch temporär nicht erfüllen kann.

Der Vorstoss geht nun an den Ständerat. CURAVIVA Schweiz wird sich bei der kleinen Kammer für dessen Ablehnung einsetzen.

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