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16.07.2019

Das «Berner Modell» wechselt das Bedarfsabklärungsinstrument

Die zentralen Elemente zur Umsetzung des Behindertenkonzepts im Kanton Bern liegen vor.

Mit der Einführung einer subjektorientierten Finanzierung, die Menschen mit Behinderung mehr Wahlfreiheit für den Bezug von Betreuungsleistungen ermöglichen soll, geht der Kanton Bern einen neuen Weg in der Schweiz.

Nach Vorliegen einer Zwischenanalyse und eines Pilotbetriebes kommuniziert die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) des Kantons Bern die zentralen Eckwerte für die Umsetzung des «Berner Modells». So hat das GEF entschieden, neu den IHP «Individueller Hilfsplan» einzusetzen, der bereits in anderen Kantonen den behinderungsbedingten Bedarf ermittelt. Das heisst, das Bedarfsabklärungsinstrument VIBEL wird nicht eingesetzt. Mit dem IHP wird der Abklärungsprozess wesentlich verkürzt.

Laut der GEF kann die Vorgabe der Kostenneutralität nicht eingehalten werden. Dies, weil unter anderem die Anspruchsgruppe um einen Viertel erweitert wurde. Daher will die GEF grundlegende Änderungen am Modell vornehmen. Konkret erwähnt wird in der Medienmitteilung die Entwicklung und Einführung eines wirksamen Steuerungskatalogs, um eine massive Kostensteigerung von knapp über CHF Mio. 100 zu verhindern. Bis im kommenden Sommer sollen unter Einbezug unseres Kantonalverbandes SOCIALBERN und anderen im Projekt involvierten Partnern mögliche Massnahmen eines Steuerungskatalogs geprüft und Kosten vor allem in den Wohnangeboten der Institutionen eingespart werden. Im grossen Stil dürfte dies nur über Stellen- und damit Qualitätsabbau möglich sein.

Die GEF geht aktuell davon aus, das die Umsetzung des Behindertenkonzepts nach der politischen Konsultation per 2023 erfolgen kann.

CURAVIVA Schweiz wird die Entwicklung der Leistungsfinanzierung in den Kantonen gemeinsam mit INSOS Schweiz weiterhin beobachten und fachlich bewerten.

Zur Medienmitteilung der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF)