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Das Coronavirus Die Herausforderungen aus Sicht der Pflege- und sozialen Institutionen

Menschen mit Unterstützungsbedarf in der stationären Pflege, Betreuung und Begleitung sind von der COVID-19-Krise – und von den damit verbundenen Schutzmassnahmen – ganz besonders betroffen. Äusserst schwierig sind Besuchs- und Ausgehregelungen in den Institutionen. Sie haben einschneidende Folgen für Selbstbestimmung, Würde und Lebensqualität der Bewohnenden.

Die Sorge, dass erneut flächendeckend solch drastische Massnahmen ergriffen werden, beschäftigt Bewohnende und ihre Angehörigen sowie Institutionsleitungen und Mitarbeitende gleichermassen. Für die Fachcommunity steht fest: Einschränkende Massnahmen für die Institutionen haben im Gleichschritt mit Massnahmen für die allgemeine Bevölkerung zu erfolgen. Und der komplette Lockdown kann nur in einer absoluten Notsituation eine Lösung sein.

Wie sich die Pandemie auf das institutionelle Leben auswirkt, ist auch für die Öffentlichkeit von grossem Interesse. Im Vordergrund stehen dabei stets Fragestellungen, die sich im ethisch anspruchsvollen Spannungsfeld von Schutz und Autonomie bewegen.

Diese Seite bietet einen vertieften Einblick in den Umgang mit der COVID-19-Pandemie in Pflege- und sozialen Institutionen. Sie enthält eine Auslegeordnung der Herausforderungen und identifiziert den (politischen) Handlungsbedarf mit Fokus auf Lebensqualität und Würde aller Betroffenen.


 

Herausforderungen im neuen Institutionsalltag

Erfahrungen, Einordnungen und Erkenntnisse

Optimale Rahmenbedingungen für die Institutionsarbeit: politischer Handlungsbedarf

 

Neuste Beiträge

Plädoyer für eine differenzierte Diskussion

Corona: Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Was haben wir gelernt? Diesen Fragen geht die neue Publikationsreihe von CURAVIVA Schweiz nach. Zum Auftakt schildert Markus Leser, Leiter Fachbereich Alter und Geschäftsleitungsmitglied CURAVIVA Schweiz, wie er die öffentiche Diskussion bisher erlebt hat – und weshalb er sich gegen Vereinfachungen wehrt.

Optimale Sicherheit statt totale Sicherheit

Im Frühling machte Corona ältere Menschen zu Risikogruppen und Heime zum Risikogebiet. Rigorose Schutzmassnahmen waren die Antwort. Gerontologe Markus Leser ist überzeugt: Statt auf eine trügerische «totale Sicherheit» zu setzen, sollte eine individuell «optimale Sicherheit» angestrebt werden. Das verlangt viel von allen Beteiligten. Auch den Mut, sich ethisch komplexen Fragen zu stellen.

Ethisches Dilemma zwischen Schutz und Würde im Institutionsalltag angehen.

Wie können sowohl der Schutz als auch die Würde der Bewohnenden in Pflege- und sozialen Institutionen gesichert werden? Die Institutionen stehen vor der grossen Herausforderung, den Bedürfnissen aller Betroffenen – Bewohnende, Angehörige, Fach- und Führungspersonen, Dienstleistende und viele mehr – gerecht zu werden.

Optimale Sicherheit statt totale Sicherheit

Im Frühling machte Corona ältere Menschen zu Risikogruppen und Heime zum Risikogebiet. Rigorose Schutzmassnahmen waren die Antwort. Gerontologe Markus Leser ist überzeugt: Statt auf eine trügerische «totale Sicherheit» zu setzen, sollte eine individuell «optimale Sicherheit» angestrebt werden. Das verlangt viel von allen Beteiligten. Auch den Mut, sich ethisch komplexen Fragen zu stellen.

«Krisen können trennen oder verbinden. Ich habe das Glück, mit einem Team zusammenzuarbeiten, das aus Persönlichkeiten zusammengesetzt ist, die ihre vollständige Verantwortung und Kompetenz zur Bewältigung der auftauchenden Problemstellung einbringen. So haben wir ausgewogene, pragmatisch umsetzbare Lösungen gefunden, die dem Schutz vor Infektionen der Bewohnenden einerseits und deren Recht auf Selbstbestimmung andererseits Rechnung tragen.»

Esther Bieri, Institutionsleiterin, Fläckematte

Plädoyer für eine differenzierte Diskussion

Corona: Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Was haben wir gelernt? Diesen Fragen geht die neue Publikationsreihe von CURAVIVA Schweiz nach. Zum Auftakt schildert Markus Leser, Leiter Fachbereich Alter und Geschäftsleitungsmitglied CURAVIVA Schweiz, wie er die öffentiche Diskussion bisher erlebt hat – und weshalb er sich gegen Vereinfachungen wehrt.

Gazette: Den Lockdown als Chance nutzen

Die Mitarbeitenden der Gesundheits- und Sozialinstitutionen leisteten in der Corona-Krise einen enormen Effort, um den neuen Alltag zu bewältigen. Drei soziale Institutionen erzählen in der aktuellen Ausgabe der Gazette – dem Bildungsmagazin von CURAVIVA Schweiz – von erstaunlichen Entwicklungen, die dank Flexibilität und Kreativität möglich wurden.

Erfahrungen, Einordnungen und Erkenntnisse austauschen.

Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf, ihre Mitarbeitenden sowie ihre Bewohnerinnen und Bewohner waren während dem Lockdown unter enormem Druck. In den Institutionen hat schnell ein wichtiger Lernprozess begonnen. Was hat funktioniert, was nicht? Learnings der letzten Monate, Best-Practice-Beispiele, persönliche Erfahrungen, Hilfestellungen und Erkenntnisse sollen die Institutionen in ihrer weiterhin höchst anspruchsvollen Situation unterstützen.

«In den Medien wurde von einsamen Menschen in Alters- und Pflegeinstitutionen berichtet, doch ich erlebte das Gegenteil: Unsere Bewohnenden haben sogar mehr miteinander kommuniziert und sich spontan zum Jass oder Gesellschaftsspiel getroffen.»

Urs Hufschmid, Institutionsleiter, Alters- und Demenzzentrum St. Martin, Olten

Politische Rahmenbedingungen optimieren.

CURAVIVA Schweiz hat mit Unterstützung von Partnerverbänden und Mitgliederinstitutionen die Krisenbewältigung von Bund und Kantonen eingehend analysiert, wichtige Lehren aus der Pandemie gezogen und den Handlungsbedarf im Hinblick auf eine zweite Welle und/oder eine künftige Pandemie identifiziert.

«Die Aussage eines Bewohners, 86 Jahre jung 'Das ist nicht die erste Krise in meinem Leben, auch die wird vorbei gehen!' hat mir vor Augen geführt, dass Lebenserfahrung und Gelassenheit zwei megastarke Qualitäten sind, welche wir von dieser besonders gefährdeten Gruppe lernen und übernehmen dürfen.»

Mathias Engler, Institutionsleiter, Pflegeheim Werdenberg

Systemrelevanz der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf

CURAVIVA Schweiz und INSOS Schweiz fordern, dass Politik und Behörden die Systemrelevanz der Institutionen anerkennen und dass ihre coronabedingten Zusatzaufwände abgegolten werden.

COVID-19 politische Forderungen | Medienmitteilung (pdf, 46 KB)

CURAVIVA Schweiz, INSOS Schweiz | 4. September 2020

Die Würde wahren.

Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf setzen alles daran, ihren Pflege-, Betreuungs- und Begleitungsauftrag so zu erfüllen, dass die Würde ihrer Bewohnerinnen und Bewohner gewahrt und ihre Lebensqualität bestmöglich gestärkt wird.