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05.09.2017

Fachzeitschrift September 2017: Abschied vom Altersheim

Für die September-Ausgabe haben wir verschiedenen Personen die Frage gestellt, wie sie im hohen Alter wohnen möchten. Es ist wenig überraschend, dass alle antworteten, sie möchten am liebsten möglichst lange autonom zu Hause leben und erst spät und möglichst kurz in ein Alters- und Pflegeheim ziehen. Was aber bedeutet eine solche Haltung für die Zukunft der Heime?

Sicher ist: Ein Umdenken findet statt. Das sagt auch der Verantwortliche des Fachbereichs Alter von Curaviva. Der Sozialraum werde eine viel grössere Rolle spielen, das wichtigste Stichwort wird «integrierte Altersversorgung in der vertrauten Umgebung» lauten, ambulant und stationär werden vernetzt zusammenarbeiten. Das «aktive Alter» verlängert sich, das «pflegebedürftige Alter» schiebt sich nach hinten, in den allerletzten Lebensabschnitt, der oft nur noch Monate oder Wochen dauert.

Für die Institutionen heisst das, dass sie sich noch weiter wandeln als bisher vom Alters- zum Pflegeheim, nämlich vom Pflegeheim zum Sterbehospiz. Anhand von Beispielen wird gezeigt, dass verschiedene Lösungen möglich sind: Integrierte Lebens-, Wohn- und Pflegezentren wie jenes in Biel, in denen Menschen verschiedenen Alters und Pflegegrads miteinander wohnen und schrittweise mehr Pflege beanspruchen können. Orte wie Sainte Croix und das Val Müstair konnten ihre lokalen Spitäler überhaupt nur so retten: Sie schlossen verschiedene Gesundheitsanbieter von Ambulanz über Spital und Spitex bis Pflegeheim zusammen und bleiben so den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort erhalten.

Zukunftsweisend ist auch das Modell der Gemeinde Horgen, die ihre über 65-jährigen Gemeindemitglieder so umfassend unterstützt, dass sie möglichst lange zuhause wohnen können.

Gewiss ist: Für Alters- und Pflegeinstitutionen wird die Zukunft viel Neues bringen. Auch neue Herausforderungen.

E-Paper

Ausgabe 9 | 2017 (online ab Dezember 2017)

Inhalt

Abschied vom Altersheim

«Das klassische Altersheim gibt es nicht mehr»

Der Soziologe, Alters- und Generationenforscher François Höpflinger erklärt, wie sich das Alter in den letzten 50 Jahren verändert hat.

Versorgungsangebot im angestammten Sozialraum
CURAVIVA Schweiz stellt ein Wohn- und Pflegemodell vor, das Rücksicht nimmt auf Herkunft und Verwurzelung alter Menschen.

«Der Wunsch nach Autonomie wird überbetont»
Regula Lüthi vom Schweizer Forum Managed Care kritisiert die Idee des Wohn- und Pflegemodells von Curaviva.

Die Residenz Au Lac in Biel
Eine Siedlung in Biel ermöglicht Wohnen für alte Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Vom «Urwaldspital» zum Gesundheitszentrum
Das Spital im Val Müstair war das kleinste Spital der Schweiz. Statt einer aufwendigen Sanierung beschloss man die Umwandlung in ein «Center da sandà».

Ein moderner Versorgungsdienstleister
Das Pflegezentrum Baar ZG ist mehr als ein Pflegeheim Es ist ein Gesundheits- und Betreuungsdienstleister.

Längstmögliche Selbstständigkeit
Die Zürichseegemeinde Horgen möchte, dass ihre Betagten so lange wie möglich zuhause leben können. Dafür bietet sie zahlreiche Dienstleistungen an.

Gesundheitsversorgung in einer peripheren Region
Der Balcon du Jura Vaudois ist eine abgelegene und wenig begüterte Region. Also nutzt man in der Gesundheitsversorgung Synergien.

Altersgerechtes Bauen
Felix Bohn ist Fachmann für altersgerechtes Bauen und Wohnen.Er sagt, dass Bauen für alte Menschen nicht nur die Architekten angeht, sondern auch die Politik und die Gesellschaft.

Kommunikation

Patientendaten schützen
In Heimen und sozialen Institutionen ist die Verschlüsselung von Mails noch wenig verbreitet. Das ist aber dringend notwendig

Forschung

Chronische Krankheiten
Die demografische Entwicklung erhöht die Zahl der Patienten mit chronischen Krankheiten. Was auf die Heime und Institutionen zukommt, erforscht eine Untersuchung des Nationalfonds.

Alter

Das Alter verstehen
Der Gerontologe Markus Leser plädiert in einem neuen Buch für eine differenzierte Betrachtungsweise des Alters.

Gründe für einen Stellenwechsel
Warum wechseln Angestellte in der Heimbranche den Arbeitsplatz? Eine Untersuchung von Curaviva wollte es genau wissen.

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