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06.06.2017

Fachzeitschrift Juni 2017: Demenz

In der Juni-Ausgabe widmen wir uns einem Thema, dem sich kaum jemand entziehen kann: Demenz. Wie entsteht sie, was wissen die Forscher inzwischen über sie? Und das Wichtigste: Wie ist der Stand der Erkenntnisse für den Umgang mit Betroffenen und Angehörigen?

Denn so viel ist heute erwiesen: Eine Heilung ist noch lange nicht in Sicht. Die Forscher sind sich noch nicht einmal einig, was die Krankheit auslöst, sie rätseln eifrig weiter und versuchen alle möglichen Ansätze: Sie suchen nicht nur nach Ursachen, sondern auch nach Schutzfaktoren. Auch eine Nationale Demenzstrategie hatte das ehrgeizige Ziel, dass bis Ende 2017 schweizweit wichtige Projekte zur Bekämpfung der Krankheit aufgegleist und umgesetzt werden. Einiges ist bereits erreicht worden, aber noch längst nicht alles. Das Bestreben geht weiter.


Gleichzeitig setzen Mediziner vor allem auf Prävention mit gesunder Lebensweise, vielen sozialen Kontakten und Hirntraining. Denn auch beim Hirn heisst das Motto: «Use it or lose it.» Das gilt auch für Betroffene mit einer fortgeschrittenen Demenz: Eine sorgfältige Aktivierung von Körper, Kopf und Sinnen verhindert, dass Menschen mit Demenz vorzeitig immobil werden und abstumpfen.


Deshalb haben einige Institutionen ihr Pflegeverständnis bereits angepasst, sie konzentrieren sich vermehrt auf die sozialen Bedürfnisse der Menschen und nicht einzig auf eine rein medizinische Pflege. Das macht die Betreuung noch anspruchsvoller, aber dafür auch befriedigender. Und es trifft sich mit dem Ansatz von Neuropsychologen wie Martial Van der Linden, die sagen, man sollte Alzheimer nicht zu stark medizinisch betrachten, sondern lieber das Wohlergehen und die Lebensqualität betroffener Menschen verbessern. Und dazu können die Pflegenden in den Altersinstitutionen enorm viel beitragen, indem sie sich auf die Bewohnerinnen und Bewohner einlassen und sie so akzeptieren, wie sie sind.

E-Paper

Ausgabe 6 | 2017

Inhaltsverzeichnis

Die nationale Demenzstrategie
Die ehrgeizigen Ziele der eidgenössischen Demenzstrategie können nicht alle wie geplant bis Ende 2017 erreicht werden.   
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Intensive Forschung
Seit 30 Jahren wird weltweit nach den genauen Ursachen und nach Medikamenten gegen die demenziellen Erkrankungen gesucht. Der Durchbruch ist bislang nicht gelungen.   
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Wie eine Demenzkrankheit verläuft
Wie eine Alzheimerkrankheit verlaufen kann, erklärt der Gerontopsychiater Ulrich Hemmeter.   
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Für eine demenzfreundliche Gesellschaft
Wenn die Medizin keine Lösung hat, ist die Gesellschaft in der Pflicht, sagt der Gerontopsychiater und Heimarzt Christoph Held.    
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Immer andere Herausforderungen
Die Pflege von Menschen mit einer Demenz ist anstrengend. Pflegende kommen immer wieder an Grenzen.    
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Wo enden Freiheit und Autonomie?
Menschen mit einer Demenz können aggressiv sein und sich und andere gefährden. Wann darf die Pflege freiheitsbeschränkende Massnahmen anwenden?    
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Ohne freiheitsbeschränkende Massnahmen
Im Alters- und Pflegeheim St. Anna im Oberwalliser Dorf Steg verzichtet man auf freiheitsbeschränkende Massnahmen. Das funktioniert – weil man eine Alternative hat.    
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«Nicht auf ein Wundermedikament hoffen»
Der Neuropsychologe und Gedächtnisexperte Martial Van der Linden plädiert für eine andere Art der Begleitung des cerebralen und kognitiven Alterns.    
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Dienst für eine ganze Region
Es begann mit einem Mahlzeitendienst, heute begleitet das Pflegeheim Beauregard in Confignon GE demenzielle Menschen in der ganzen Region bei sich zuhause.    
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Alter
Hochaltrigkeit in Japan
Die Menschen in Japan haben die weltweit höchste Lebenserwartung. Das hat gesellschaftliche Folgen und zeigt, was auf Europa zukommen wird.
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