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Themendossiers

Personalbedarf in Pflegeinstitutionen

Der Anteil alter und hochbetagter Menschen nimmt in den nächsten Jahren markant zu. CURAVIVA Schweiz setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein, dass in den Heimen gut ausgebildetes Personal ihre Pflege und Betreuung sicherstellen wird.

In jüngster Zeit haben sich verschiedene Studien mit dem Problem eines sich abzeichnenden Personalnotstands im Gesundheitswesen, insbesondere in der Pflege, beschäftigt.

Alternde Gesellschaft
Nach dem «mittleren» Bevölkerungsszenario des Bundesamtes für Statistik BFS (Referenzszenario) wird die Population der über 65-Jährigen von 2010 bis 2060 um 89 Prozent zunehmen – von 1,343 Millionen auf 2,543 Millionen Menschen. Bei den 65- bis 79-Jährigen wird der Zuwachs 53 Prozent betragen, bei den über 80-Jährigen 180 Prozent. Die Zahl der erwerbstätigen Personen (20 bis 64 Jahre) geht in diesem Zeitraum von 4,878 auf 4,792 Millionen zurück. Als Folge dieser Entwicklung wird es mehr chronisch Kranke und Pflegebedürftige geben, die auf Plätze in sozialmedizinischen Einrichtungen angewiesen sind. 

Alarmierende Zahlen
Bisher erschienene Studien und Berichte enthalten unterschiedliche Prognosen zum künftigen Bedarf an Pflege - auch, weil sie sich auf unterschiedliche Zeiträume beziehen. Aufschlussreich ist die Tatsache, dass die Zahl der über 80-Jährigen zwischen 2000 und 2008 um 24,5 Prozent zugenommen hat, die Anzahl Pflegetage in den Alters- und Pflegeheimen in der gleichen Zeit aber nur um 8,9 Prozent gestiegen ist. Die Betagten haben somit also weniger Pflege benötigt.

Ausgehend vom statistischen Wert des Jahres 2008, nehmen die Anzahl Pflegetage in Alters- und Pflegeheimen im folgenden Ausmass zu (Angaben in Millionen):

2008 2009 2010 2030 2040 2050
31.743 32.348 35.719 42.032 47.73 53.996


Wie viel Pflege und Betreuung den betagten Menschen künftig zuteil wird, hängt auch von den personellen Ressourcen in den Heimen ab. Die Zahlen sind alarmierend: Laut Gesundheitsobservatorium müssten im Gesundheitswesen (Spitäler, Spitex und Heime) zwischen 2006 und 2020 aufgrund des erhöhten Pflegeleistungsbedarfs insgesamt 17'000 (vollzeitäquivalente) Stellen neu geschaffen und 25'000 Personen zusätzlich eingestellt werden. Hinzu kommen rund 60'000 Gesundheitsfachleute (30 Prozent), die wegen Pensionierung ersetzt werden müssen – wobei Letzteres insbesondere die Langzeitpflege mit ihrem hohen Altersdurchschnitt der Pflegenden betrifft. Daraus ergibt sich ein Ausbildungsbedarf von 1'500 Personen pro Jahr.

Zusätzlicher Ausbildungsbedarf entsteht jedoch vor allem in Bezug auf das Ausmass vorzeitiger Ausstiege aus dem Pflegeberuf. Wenn pro Jahr acht Prozent der Pflegenden in den Heimen ihren Beruf vorzeitig aufgeben, ergibt sich dadurch ein Ausbildungsbedarf von 5600 Personen pro Jahr – weit mehr als infolge der demografischen Entwicklung und der Pensionierungen.

Die Branche hat den steigenden Bedarf erkannt und bietet mehr Ausbildungsplätze an. Die Zahl der Eintritte in eine Pflege- oder eine Betreuungsausbildung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Dies reicht jedoch noch nicht um den prognostizierten Bedarf zu decken.

Für den Bereich der Alters- und Pflegeheime wird bis 2020 ein Bedarf von mehr als 15'000 zusätzlichen Angestellten in Pflege und Betreuung angenommen. Die OBSAN-Studie «Aging Workforce» geht für die Zeitspanne 2006 bis 2030 sogar von einer Zunahme um rund 80'000 Pflegepersonen beziehungsweise 60'000 Vollzeitstellen für das Gesundheitswesen insgesamt aus – davon fast 90 Prozent für Heime und Spitex (54'000 Vollzeitstellen).

Das Engagement von CURAVIVA Schweiz
CURAVIVA Schweiz setzt sich mit einer ganzen Reihe von Massnahmen dafür ein, dass in den Institutionen der Langzeitpflege auch in Zukunft genügend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Pflege und Betreuung der Betagten im Einsatz stehen. Zudem engagiert sich der Verband für HR Themen und setzt sich für attraktive Arbeitsplätze in der Langzeitpflege- und Betreuung ein. So ist der nationale Dachverband bildungspolitisch sehr aktiv und wirkt in diversen Gremien wie beispielsweise OdA Santé und SAVOIRSOCIAL mit. Das breite Angebot von CURAVIVA Weiterbildung richtet sich sowohl an erfahrene Berufsleute als auch an Neu- und Wiedereinsteigende.

Umsetzung der Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung»
Am 9. Februar 2014 wurde die Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung» an den Urnen angenommen. Laut Verfassungsauftrag muss die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) bis am 8. Februar 2017 umgesetzt werden. CURAVIVA Schweiz hat zum Ziel, dass in der Schweiz genügend Fachpersonal zur Verfügung steht, das möglichst auch in der Schweiz ausgebildet wird. Die Heimbranche hat dazu schon sehr viel unternommen und auch einiges erreicht. Derzeit kann der Personalbedarf jedoch nicht ausschliesslich durch inländisches Fachpersonal gedeckt werden.  Somit ist es unabdingbar, dass die Institutionen bis auf weiteres einen gleich grossen Anteil an ausländischem Fachpersonal wie bis anhin anstellen können.

Relevante Unterlagen von CURAVIVA Schweiz zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative:

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