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Palliative Care

Palliative Care entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem eigenständigen Behandlungskonzept für Menschen, die an einer unheilbaren, fortschreitenden und/oder chronischen Krankheit leiden. Dazu gehören auch Menschen im Sterbeprozess.

Im Fokus stehen Patienten und Patientinnen, die nicht mehr geheilt werden können, deren Leiden aber bestmöglich gelindert und deren Lebensqualität in somatischer, psychischer, sozialer und spiritueller Hinsicht bis ans Lebensende gefördert werden soll.

Die in der Schweiz initiierte Nationale Strategie Palliative Care bündelte die Erfahrungen und Erkenntnisse von Fachleuten der verschiedenen involvierten Professionen (Medizin, Pflege, psychosoziale Berufe und Seelsorge) und generierte verschiedenen Dokumente zu Zielgruppen, Leistungen, Strukturen, Kompetenzen von Palliative Care. Die Nationale Strategie bestand aus zwei Phasen in den Jahren 2010 – 2015. Für die Umsetzung der erarbeiten Massnahmen spielen die Kantone eine grosse Rolle.

CURAVIVA Schweiz beteiligte sich von Anfang an engagiert an der Nationalen Strategie Palliative Care und formulierte die spezifischen Bedürfnisse und Anliegen für geriatrische Patientinnen und Patienten in den Alters- und Pflegeinstitutionen.

Im nachfolgenden Themendossier werden in mehreren unterteilten Kapiteln die wichtigsten Ergebnisse der Nationalen Strategie Palliative Care und weitere zentrale Informationen, die für die palliative Versorgung in den Alters- und Pflegeinstitutionen von Bedeutung sind, zusammengefasst dargestellt. Wichtige Dokumente und weitere Informationsquellen sind «hinterlegt». 

Ursprung, historische Entwicklung und definitorische Aspekte 

Am Anfang der Entwicklung von Palliative Care stehen die Hospizbewegung in England und das Werk von Dame Cicely Saunders (1918 – 2005). Die Weltgesundheitsorganisation WHO nahm später den mehrsprachlich geeigneten Begriff «Palliative Care» des Onkologen Balfour Mount auf und vereinheitlichte das Verständnis von Palliative Care durch verschiedene definitorische Arbeiten. 

Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung / Palliative ch – Ziele, Tätigkeiten und Aufgabenfelder

Palliative ch ist eine multiprofessionelle Fachgesellschaft, deren Mitglieder sich aus allen Berufsgruppen rekrutieren, welche mit kranken Menschen zu tun haben. Sie setzt sich durch verschiedene Aktivitäten und Dienstleistungen für die Förderung der Palliative Care in der Schweiz ein. 

palliative ch

Nationale Strategie Palliative Care 2010 – 2015

2009 haben Bund und Kantone im Rahmen der Plattform «Nationale Gesundheitspolitik» beschlossen, eine «Nationalen Strategie Palliative Care 2010–2015» zu lancieren mit dem Hauptziel, Palliative Care gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren des Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Forschungswesen schweizweit zu verankern und zur Schliessung der festgestellten Lücken beizutragen.

Im Laufe dieses Prozesses sind wichtige Grundlagendokumente entstanden, die für die Gestaltung und den Ausbau der Palliative Care auch in den Alters- und Pflegeinstitutionen von grosser Bedeutung sind.

Nationale Strategie Palliative Care  (Bundesamt für Gesundheit BAG)

Palliative Care in den Alters- und Pflegeinstitutionen

Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts steigt auch in der Schweiz die Anzahl Menschen, die an (einzelnen oder meist mehreren) chronischen Krankheiten mit begrenzter Lebenserwartung leiden. Eine Mehrheit von ihnen verbringt ihre letzte Lebensphase in einer Langzeitpflegeeinrichtung. 

Geriatrische Patientinnen und Patienten werden zur Hauptzielgruppe für Palliative Care. Im Dokument «Allgemeine Palliative Care. Empfehlungen und Instrumente für die Umsetzung» der Nationalen Strategie werden sieben Leistungsbereiche beschrieben, die zur allgemeinen Palliative Care gehören. 

Kompetenzen / Aus- und Weiterbildung

Um die definierten Leistungen der Palliative Care erbringen zu können, müssen die Fachpersonen des Sozial- und Gesundheitswesen stufengerecht über die entsprechenden Kompetenzen verfügen. An der Beschreibung von stufengerechten Kompetenzen für die Aus- und Weiterbildung arbeiten zurzeit die OdASanté und die Arbeitsgruppe SwissEduc von palliative.ch. 

Der von der OdASanté ausgearbeitete Kompetenzkatalog wird gegenwärtig in den Bildungserlassen der beruflichen Grundbildung und den Bildungsgängen der Höheren Berufsbildung und der Fachhochschulen verankert.

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Für die Sicherung und Entwicklung der fachlichen Qualität der Palliative Care ist die Fachgesellschaft palliative ch zuständig. Sie hat inzwischen für die verschiedenen Anwendungsbereiche für Palliative Care spezifische Listen von Qualitätskriterien erarbeitet. Durch ein externes Audit kann das Label in Palliative Care erworben werden. 

In der Regel fordert die Qualitätssicherung an erster Stelle das Erstellen eines Konzeptes, um Palliative Care nachhaltig im Betrieb zu verankern.

Finanzierung

Grundsätzlich ist die finanzielle Abgeltung von Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen, im Bundesgesetz der Krankenversicherung (KVG) geregelt. Die Leistungen, die für Pflege zu Hause, ambulant, und im Pflegeheim abgegolten werden, sind im Artikel 7 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV 7) näher beschrieben. 

Im Rahmen der Nationalen Strategie wurde auch die Finanzierung der Palliative –Care-Leistungen in der ambulanten Pflege und der Langzeitpflege näher untersucht. Die Abklärungen zeigten verschiedene Probleme und Deckungslücken auf. Zur Lösung der finanziellen Probleme der Palliative Care in den Langzeit-Pflegeeinrichtungen sind weitere Abklärungen im Gange.

Forschung

Die nationale Strategie Palliative Care hat entscheidende Impulse für eine Intensivierung der Forschungstätigkeit zu Themen rund um Sterben, Tod und Trauer und zum Ansatz von Palliative Care ausgelöst.

Im Nationalfondprojekt NFP 67 «Lebensende» befassen sich insgesamt vier Forschungsprojekte mit spezifischen Fragen zur Palliative Care für hochaltrige Menschen. 
Zudem wurden zwei öffentlich zugängliche Forschungsplattformen in Deutsch und Französisch eingerichtet. 

Sensibilisierung / Öffentlichkeitsarbeit

Mit Broschüren, aber auch über Sendungen von Radio und Fernsehen wird zu verschiedenen Teilaspekten der Palliative Care die Bevölkerung der Schweiz für das Thema sensibilisiert. 
Damit erfüllen diese Beiträge Postulate, wie sie im Rahmenkonzept für die Ebene der Zielgruppe «Gesellschaft» formuliert sind. Sie reagieren damit auf das generelle Bedürfnis der Menschen nach Information, Befähigung und Beratung zu den Themen unheilbare Krankheit, Sterben und Tod. 

Weiterbildung Palliative Care

CURAVIVA Weiterbildung

CURAVIVA Bern 

Weitere Publikationen und Links

SAMW (Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften)