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Bewegungseinschränkende Massnahmen

Pflegende in Altersinstitutionen stehen in der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner täglich vor der Frage von fixierenden Massnahmen.

Dies gilt besonders bei demenzkranken Menschen. Oftmals sind diese – nicht zuletzt bedingt durch ihre fortschreitende Krankheit – besonders sturzgefährdet. Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, Rastlosigkeit und Aggressivität und das Weglaufrisiko stellen eine weitere grosse Herausforderung dar. In sehr schwierigen Situationen greifen Pflegende zu fixierenden Massnahmen. Dazu gehören Fixiergurte für Rumpf und Extremitäten, Tischsteckbretter, Zewi-Decken und Bettgitter, aber auch die medikamentöse Behandlung zur gezielten Ruhigstellung.

Gemäss neuem Erwachsenenschutzrecht dürfen solche Massnahmen nur eingesetzt werden, wenn weniger einschneidende Vorkehrungen nicht ausreichen oder von vornherein als ungenügend erscheinen. Zudem muss nachgewiesen werden, dass eine ernsthafte Gefahr für das Leben oder die körperliche Integrität der betroffenen Person oder Dritter oder eine schwerwiegende Störung des Gemeinschaftslebens besteht.

Themendossier zum Erwachsenenschutzrecht

Neue Kompetenzen gefragt

Der professionelle Umgang mit bewegungseinschränkenden Massnahmen setzt kompetente Pflegende voraus. Notwendig ist eine gründliche Abklärung zu den möglichen Ursachen einer Sturzgefährdung oder von Verhaltensauffälligkeiten. Dann müssen in einem Entscheidungsverfahren die geeigneten Massnahmen diskutiert und gefunden werden. Die Massnahmen sind zu dokumentieren und nach der festgelegten Zeit wieder zu evaluieren.

Der Fachbereich Alter von CURAVIVA Schweiz hat im Rahmen der Vorbereitungen zum neuen Erwachsenenschutzgesetz verschiedene Hilfsmittel zum Umgang mit Bewegungseinschränkungen erarbeitet. Auch die Broschüre der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie «Freiheit und Sicherheit» dient den professionellen Betreuungspersonen als Grundlage, sich umfassend mit freiheitsbeschränkenden Massnahmen auseinanderzusetzen und angemessene Lösungen zu finden. Die Broschüre kann bei der SGG bestellt werden. In Anlehnung an entsprechende Programme ReduFix in Deutschland wurde für die Schweiz auch ein Angebot an Inhouse-Schulungen sowie Fachkurse entwickelt. 

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