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Chancengleichheit

Chancengleichheit

Frauen und Männer in der Langzeitpflege

Die Bewohnerin möchte lieber nicht von einem Mann gepflegt werden. Der Bewohner hat Kummer, spricht aber – typisch Mann! – nicht darüber. Der Pflegehelfer aus Osteuropa ist der einzige Mann im Team. Angehörige zweifeln die medizinische Kompetenz der Pflegefachfrau an. Solche und andere Situationen zeigen es immer wieder: Genderfragen im weitesten Sinn tauchen oft in Alltagssituationen der Langzeitpflege auf. Was sind geschickte Reaktionen auf stereotype Geschlechtervorstellungen? Wie kann eine Institution unterschiedlich zusammengesetzten Teams und Bewohnerschaften gerecht werden? CURAVIVA Schweiz und das Institut Alter der Berner Fachhochschule (BFH) erforschten im Projekt «Männer in der Langzeitpflege» geschlechtsspezifische Bedürfnisse. Entstanden sind ganz konkrete Lösungsvorschläge, die sich auf Erfahrungen aus verschiedenen Schweizer Langzeitinstitutionen stützen.

Der Umgang mit Genderfragen umfasst wesentlich mehr als die Geschlechterbeziehungen. Das zeigten die Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Personal und Institutionsleitungen im Rahmen des Forschungsprojekts deutlich auf. Gefragt nach Wünschen und Erwartungen im Pflegealltag und inwiefern geschlechtsspezifische Aspekte dabei berücksichtigt werden, ergaben sich bei den Interviewten meist bald weitere Themen über die Genderfrage hinaus. Zum Beispiel: Ein Bewohner ist nicht mehr mobil und kann nicht mehr am geschätzten Jassabend unter Männern im Quartier teilnehmen – gibt es dann Mittel und Wege, die Jassrunde in die Institution zu holen? Oder: Ein Pflegender bekommt zu hören, ob er wirklich das Bett machen müsse, eine Pflegende wird gefragt, ob sie tatsächlich in der Lage sei, Blut zu nehmen. Wie reagieren die betroffenen Mitarbeitenden professionell auf solche Geschlechtervorurteile?

Basierend auf den Forschungsergebnissen, entwickelte das Institut Alter der Berner Fachhochschule ein Themenheft/Leitfaden. Dieser nennt sechs Herausforderungen rund um Genderfragen und Chancengleichheit in der Langzeitpflege:

  • Stereotype Vorstellungen und ihr Einfluss auf den Pflegealltag
  • Unausgesprochene Sorgen und Nöte
  • Wunsch nach kontinuierlichem Teamentwicklungsprozess
  • Management der heterogenen Mitarbeiterbedürfnisse
  • Vermehrte Integration der Bewohnenden in die Institution
  • Teilhabe an der soziokulturellen Umwelt ausserhalb der Institution

Zu jeder Herausforderung werden umsetzungsorientierte Empfehlungen abgegeben.

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