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Praktika

Praktika vor der Ausbildung

Nicht immer macht ein Praktikum Sinn.

Eine vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Erhebung zeigt, dass die meisten Jugendlichen, die eine Lehre als Fachfrau/Fachmann Betreuung abschliessen, vor ihrem Einstieg in die berufliche Grundbildung ein oder sogar zwei Praktika absolvieren. Dies betrifft sowohl den Bereich der Kinderbetreuung in Kindertagesstätten als auch die Behindertenbetreuung.

Problematisch sind dabei jene Anstellungen, die der Zielsetzung eines Praktikums widersprechen, also eigentlich «Pseudo-Praktika» sind: Weder wird eine angemessene Betreuung und Begleitung mit klaren Lernzielen gewährleistet, noch steht eine Lehrstelle im Anschluss in Aussicht. Ebenso wenig weist die/der Praktizierende spezifische Bildungsdefizite auf, die ein Praktikum im Sinne eines Berufsvorbereitungsjahrs rechtfertigen würden. Diese Praxis kann aus Sicht der Berufsbildung wie auch aus arbeitsrechtlichen Aspekten Probleme aufwerfen.

Keine unabhängigen Praktika für Schulabgänger/-innen

Unabhängige Praktika sind – im Gegensatz zu den regulären Praktika – mit keiner Ausbildung verknüpft. In einem Positionspapier weist CURAVIVA Schweiz darauf hin, dass diese unabhängigen, meist mehrmonatigen Praktika sich nur in Ausnahmefällen eignen. So dürfen zum Beispiel Interessens- und Eignungsabklärungen nur im Rahmen von regulären Schnupper- und Selektionspraktika stattfinden und nicht in Form von längeren Praktika.

Strikte Vorgaben für unabhängige Praktika

Personen ohne Zugang zu Brückenangeboten oder einem Berufsfindungsjahr (z.B. Quereinsteigende, Erwachsene mit oder ohne Erstausbildung) können unter folgenden Bedingungen ein unabhängiges Praktikum absolvieren:

  • Das Praktikumsverhältnis ist vertraglich geregelt.
  • Die Ziele des Praktikums sind definiert und die Begleitung und Ausbildung des/der Praktikanten/in sind sichergestellt. Fällt die Eignungsabklärung negativ aus, wird der/die Praktikant/in frühzeitig informiert.
  • Die Entschädigung ist fair und berücksichtigt die Arbeitserfahrung.
  • Das Praktikum dauert maximal ein Jahr.
  • Der/die Praktikant/in erhält ein Arbeitszeugnis.
  • Die Anstellung erfolgt ausserhalb des Stellenplans. In der Dienstplangestaltung ist darauf zu achten, dass der/die Praktikant/in begleitet wird.
  • Es werden höchstens so viele Praktikumsstellen angeboten wie Lehrstellen.

Orientierungshilfe für die Besetzung von Praktikumsstellen

Institutionen aus den Bereichen «Erwachsene Menschen mit Behinderung», «Menschen im Alter» sowie «Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen» kennen diverse Praktikumstypen, die sich zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. Für eine einfache Übersicht der verschiedenen Formen und der damit verbundenen gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen, haben CURAVIVA Schweiz und INSOS Schweiz gemeinsam eine Orientierungshilfe erarbeitet. Diese behandelt alle regulären Praktika, die in einem direkten Bezug zu einer weiterführenden Ausbildung stehen. Dazu gehören z.B. Schnupperlehren, die den Jugendlichen die Berufswahl und den Betrieben die Eignungsabklärung erleichtern. Ebenfalls in diese Kategorie fallen Praktika im Rahmen eines Brückenangebots oder Berufsvorbereitungsjahrs, das Sozialjahr JUVESO sowie obligatorische Ausbildungspraktika.

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