CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Heimeintritt und Aufenthalt - Kosten und Finanzierung
Kosten und Finanzierung

Kosten und Finanzierung

  • Wie wird das individuelle Vermögen für die Preisberechnung berücksichtigt?

    Diese Frage stellt sich dann, wenn die laufenden eigenen Einkünfte aus Renten (AHV, Pensionskasse und weitere) nicht reichen, um die laufenden Ausgaben für den Heimaufenthalt zu decken, also ...

    Diese Frage stellt sich dann, wenn die laufenden eigenen Einkünfte aus Renten (AHV, Pensionskasse und weitere) nicht reichen, um die laufenden Ausgaben für den Heimaufenthalt zu decken, also namentlich die Pensions- und Betreuungskosten sowie einen Teil der Pflegekosten. Bei der Mehrheit (rund 60 Prozent) der Bewohnerinnen und Bewohner einer Alters- und Pflegeinstitution ist dies der Fall.

    Diese Personen sind auf Ergänzungsleistungen (EL) aus der Sozialversicherung (1. Säule) angewiesen. Ein entsprechender Antrag ist bei der kantonalen EL-Stelle einzureichen. Verfügen die Antragstellenden über ein Vermögen, wird – kantonal unterschiedlich – ein gewisser Teil davon für die Heimfinanzierung angerechnet (sogenannter Vermögensverzehr). Auskunft hierzu erteilt ebenfalls die kantonale Stelle.

    Mit seinem eigenen Vermögen muss man also zur Finanzierung des Heimaufenthalts beitragen, bzw. die Ergänzungsleistungen sind weniger hoch als bei Personen ohne Vermögen. Doch können zur Finanzierung auch Verwandte herangezogen werden? Es gibt eine familienrechtliche Unterstützungspflicht in der Linie Kinder-Eltern-Grosseltern. Gemäss Gesetz sind nur jene Verwandten unterstützungspflichtig, die «in günstigen Verhältnissen» leben. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS hat daraus die Empfehlung abgeleitet, Beitragsleistungen nur bei Verwandten mit über durchschnittlichem Einkommen bzw. Vermögen, gestützt auf die Angaben der Steuerbehörde, zu prüfen. Beim Einkommen heisst dies: mindestens CHF 120'000 pro Jahr bei alleinstehenden Verwandten, CHF 180'000 bei Verheirateten, plus einen Zuschlag pro minderjähriges oder in Ausbildung befindliches Kind von CHF 20'000. Beim steuerbaren Vermögen können Freibeträge abgezogen werden, und es wird das Alter des Beitragspflichtigen berücksichtigt.

    Links

    Anspruch auf Ergänzungsleistungen, Informationsportal ch.ch
    Jährliche Ergänzungsleistungen, Informationsstelle AHV/IV
    Kantonale Stellen für Ergänzungsleistungen, Informationsstelle AHV/IV
    Verwandtenunterstützung, Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS
    Berechnung der Verwandtenunterstützung, Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS

    Zuklappen
  • Können sich die Kosten pro Monat verändern?

    In einem Alters- und Pflegeheim fallen unterschiedliche Kosten an: Pensions-, Pflege-, Betreuungs- und übrige Kosten. Wer einmal in eine Institution eingetreten ist, kann durchaus mit sich ...

    In einem Alters- und Pflegeheim fallen unterschiedliche Kosten an: Pensions-, Pflege-, Betreuungs- und übrige Kosten. Wer einmal in eine Institution eingetreten ist, kann durchaus mit sich verändernden Kosten konfrontiert sein:

    • wenn sich die Hotellerieleistungen (Zimmer, Verpflegung usw.) verändern
    • wenn sich der Pflegebedarf erhöht oder reduziert (Pflegestufen von 1 bis 12)
    • sich die persönlichen Auslagen (Telefon, Coiffeur, nicht-kassenpflichtige Pflegeleistungen usw.) verändern


    Massgebend für die Kosten ist die Taxordnung des Alters- und Pflegeheims, der ein Bestandteil des Pensionsvertrags ist.

    Auch bei der Finanzierung können sich Änderungen ergeben, was unter Umständen zu einer Mehr- oder Minderbelastung bei den selbst getragenen Kosten führt. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn durch die Kantone Änderungen der Restfinanzierung, der Taxvorgaben oder der anrechenbaren Heimkosten (zur Bemessung der Ergänzungsleistungen) beschlossen werden.

    Zuklappen
  • Welche Angebote/Dienstleistungen (z.B. Wäscheservice, Diätküche, Coiffeur, etc.) sind in den Taxen enthalten, und was wird separat in Rechnung gestellt?

    Der Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim ist in der Regel in einem Pensionsvertrag geregelt. In diesem werden die Rechte und Pflichten der Bewohnerinnen und Bewohner vereinbart, also auch die ...

    Der Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim ist in der Regel in einem Pensionsvertrag geregelt. In diesem werden die Rechte und Pflichten der Bewohnerinnen und Bewohner vereinbart, also auch die Kosten für die verschiedenen Angebote und Dienstleistungen. Die Kosten für Hotellerie, Pflege und Betreuung sind von kantonalen Vorgaben abhängig. Deshalb werden diese Kosten meistens als Pauschalbeträge in einer Taxordnung schriftlich festgehalten. Z. B. werden die Pflegekosten als Tagespauschalen je nach Pflegebedarfsstufe aufgelistet.

    Es fallen aber auch Kosten an, die nicht mit den Pauschalbeträgen für die Hotellerie, die Pflege und die Betreuung abgegolten sind, z.B. All diese Leistungen müssen abschliessend in der Taxordnung erwähnt sein und können somit zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Um welche Zusatzleistungen es sich handelt, hängt von der Institution ab: Grundsätzlich sind die Alters- und Pflegeheime in der Ausgestaltung der Pensionsverträge und der Taxordnung frei, soweit diese kommunalen, kantonalen und bundesrechtlichen Bestimmungen nicht widersprechen.

    Mögliche Angebote und Dienstleistungen sind Zimmerservice, Kleiderbeschriftung, Nähservice, TV-Anschlussgebühr, Coiffeur usw.

    Links

    Muster-Pensionsvertrag von CURAVIVA Schweiz

    Zuklappen
  • Wer ist gesetzlich der/die Rechnungsschuldnerin?

    Dies hängt von der Art der Kosten ab, die in einem Alters- und Pflegeheim anfallen und die von verschiedenen Trägern finanziert werden. Die Pensions- und Betreuungskosten sowie die übrigen Kosten ...

    Dies hängt von der Art der Kosten ab, die in einem Alters- und Pflegeheim anfallen und die von verschiedenen Trägern finanziert werden.

    • Die Pensions- und Betreuungskosten sowie die übrigen Kosten für den Aufenthalt werden der Bewohnerin/dem Bewohner in Rechnung gestellt.
       
    • Bei den Pflegekosten ist zwischen den Beiträgen der Krankenversicherung und dem Eigenanteil der Bewohnerinnen und Bewohner zu unterscheiden. Die Krankenkassenbeiträge, die je nach Pflegebedarfsstufe variieren, werden in der Regel direkt der Versicherung in Rechnung gestellt. Diese vergütet den Beitrag im Normalfall wiederum direkt der Institution. Die Bewohnerin/der Bewohner hat mit den entsprechenden Geldflüssen also gar nichts zu tun. Hingegen bekommt sie oder er eine Rechnung für den Eigenanteil zugestellt, der maximal CHF 21.60 pro Tag beträgt. Zwischen den kantonalen Verbänden von CURAVIVA und den Krankenversicherungen bestehen Administrativverträge, welche die Zahlungsweise regeln.
       
    • Die Restkosten der öffentlichen Hand werden entweder einer damit beauftragten Stelle des Kantons oder der Gemeinde in Rechnung gestellt und von dieser auch direkt der Institution vergütet.
    Zuklappen
  • Welche Kosten werden verrechnet, wenn ich vorübergehend nicht im Heim wohne (z. B. Spitalaufenthalt, Ferien)?

    Diese Frage wird im Pensionsvertrag zwischen dem Alters- und Pflegeheim und der Bewohnerin/dem Bewohner geregelt. Wie diese Fälle finanziell gehandhabt werden, hängt also von der einzelnen ...

    Diese Frage wird im Pensionsvertrag zwischen dem Alters- und Pflegeheim und der Bewohnerin/dem Bewohner geregelt. Wie diese Fälle finanziell gehandhabt werden, hängt also von der einzelnen Institution ab.

    CURAVIVA Schweiz empfiehlt den Alters- und Pflegeheimen in einem Muster-Pensionsvertrag, bei vorübergehender Abwesenheit eine faire Lösung zu vereinbaren. Diese sieht so aus:

    «(13.) Während eines Spital- oder Kuraufenthaltes des/der Bewohnenden wird nur die Pensionstaxe abzüglich Verpflegungskosten in Rechnung gestellt. Der Ein- und Austrittstag wird dem/der Bewohnenden jedoch voll verrechnet.

    (14.) Ist der/die Bewohnende aufgrund von Ferien oder Familienbesuchen mehr als zwei Tage abwesend, muss er/sie ab dem dritten Tag nur die Heimtaxe abzüglich Verpflegungskosten bezahlen, sofern die Abwesenheit der Institution mindestens drei Kalendertage im Voraus mitgeteilt wurde.»

    Link

    Muster-Pensionsvertrag von CURAVIVA Schweiz

    Zuklappen
  • Welche Kosten fallen an und wer übernimmt welche Kosten?

    Wie teuer das Leben im Alters- und Pflegeheim ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Es fallen verschiedene Arten von Kosten an, die auch unterschiedlich getragen werden. Durchschnittlich waren 2015 ...

    Wie teuer das Leben im Alters- und Pflegeheim ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Es fallen verschiedene Arten von Kosten an, die auch unterschiedlich getragen werden.

    Durchschnittlich waren 2015 in einem Schweizer Alters- und Pflegeheim mit den folgenden Kosten zu rechnen (Datenbasis: Statistik der sozialmedizinischen Institutionen):

      Monat Tag
    Pension (Hotellerie) CHF 3'672 CHF 122
    Pflege (gemäss Krankenversicherungsgesetz) CHF 3'710 CHF 124
    Betreuung CHF 1'411 CHF 47
    übrige Kosten CHF 180 CHF 6
    Gesamtkosten (Durchschnitt) CHF 8'973 CHF 299

                                                                                                  

     

     

    Beim Eintritt in eine Institution ist üblicherweise ein Depot/eine Vorauszahlung der Kosten für einen Monat zu leisten.

    Die Pensions- und Betreuungskosten sind durch die pflegebedürftigen Personen zu finanzieren. Sie werden üblicherweise als Kostenblock «Aufenthalt» zusammengefasst. Rund 40 Prozent der pflegebedürftigen Personen können die Aufenthaltskosten aus eigener Kraft (AHV- und BVG-Rente, übrige Einkommen, Vermögensverzehr) finanzieren. Die restlichen 60 Prozent sind auf AHV-Ergänzungsleistungen angewiesen.

    An die Pflegekosten müssen die Bewohnerinnen und Bewohner ebenfalls einen Beitrag leisten. Dieser ist aber per Gesetz auf maximal CHF 21.60 pro Tag beschränkt. Die Krankenversicherung beteiligt sich in einem Umfang, der von der Pflegeintensität abhängt (es gibt 12 sogenannte Pflegestufen). Den Rest der Pflegekosten übernimmt die öffentliche Hand.

    • Heimbewohner/in bezahlt max. CHF 21.60 pro Tag an die Pflegekosten
    • Krankenversicherung bezahlt max. CHF 108.00 pro Tag (höchste Pflegestufe 12)
    • Gemeinde/Kanton bezahlt den offenen Restbetrag


    Mit diesem Finanzierungsprinzip sind 100 Prozent der gesetzlich anerkannten und nachgewiesenen Pflegekosten finanziert.

    Als übrige Kosten versteht man die Aufwendungen für Arzt-, Arznei-, Therapiekosten und Hilfsmittel. Grundsätzlich werden diese durch die Krankenversicherung (Grundversicherung) rückerstattet.

    Die administrative Abwicklung und Höhe der Finanzierung der Pflegekosten, Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigung (für regelmässige Unterstützung im Alltag) unterscheiden sich kantonal. Wenden Sie sich deshalb an den zuständigen Kantonalverband von CURAVIVA Schweiz oder direkt an die Alters- und Pflegeinstitution.

    Links

    CURAVIVA Kantonalverbände
    Statistik der sozialmedizinischen Institutionen 2015
    Muster-Pensionsvertrag von CURAVIVA Schweiz

    Zuklappen
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln