CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Heimeintritt und Aufenthalt - Heimeintritt
Heimeintritt

Heimeintritt

  • Was ist zu beachten, wenn ich nach einem Spitalaufenthalt direkt in ein Alters- oder Pflegeheim eintreten muss?

    An der Schnittstelle zwischen Akutspital und Alters- und Pflegeheim bzw. zwischen ambulanter Pflege zu Hause durch eine Spitexorganisation und stationärer Langzeitpflege muss sichergestellt sein, ...

    An der Schnittstelle zwischen Akutspital und Alters- und Pflegeheim bzw. zwischen ambulanter Pflege zu Hause durch eine Spitexorganisation und stationärer Langzeitpflege muss sichergestellt sein, dass die Zuständigkeiten klar sind und alle nötigen Informationen fliessen. Deshalb regeln Spitäler, Spitex und Alters- und Pflegeheime den direkten Übertritt immer häufiger mit standardisierten Abläufen. Solche «einheitlichen Minimalanforderungen» sollen der «Förderung der guten Zusammenarbeit» dienen, heisst es etwa im Ablaufschema, auf das sich die Institutionen im Kanton Zürich verständigt haben. Dabei werden aber nicht nur die Interessen der verschiedenen Behandlungs- und Betreuungspersonen berücksichtigt, sondern explizit auch die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Deshalb sind beim direkten Übertritt verschiedene Ansprüche der Betroffenen zu beachten:

    • Das Ablaufschema wird mit der Patientin bzw. dem Patienten oder einer Bezugsperson besprochen, dokumentiert und schriftlich übergeben. Die Verantwortung dafür trägt das Spital.
       
    • Die Patientin bzw. der Patient oder die Bezugsperson wird in die Entscheidungsfindung zum Übertritt in eine Institution einbezogen. Die Verantwortung dafür tragen das Spital und das Alters- oder Pflegeheim.
       
    • Die Aufgaben, welche die Patientin bzw. der Patient oder die Bezugsperson erledigen müssen, werden besprochen, dokumentiert und schriftlich übergeben. Die Verantwortung dafür tragen das Spital und das Alters- oder Pflegeheim.
       
    • Sowohl das Spital als auch das Alters- oder Pflegeheim benennen von sich aus jeweils eine Ansprechperson für die Patientin bzw. den Patienten oder die Bezugsperson.
       
    • Der individuelle Übertritt wird in einem Überweisungsrapport festgehalten. Darin teilt das überweisende Spital dem Alters- oder Pflegeheim alle relevanten persönlichen und medizinischen Informationen mit.


    Links

    Standardisierte Abläufe Spital-Spitex-Pflegeheim der Zürcher Initiative UeberTritteFormular Überweisungsrapport der Zürcher Initiative UeberTritte

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  • Was mache ich mit Schuldgefühlen, wenn ich meine/n Angehörige/n ins Alters- oder Pflegeheim angemeldet habe?

    Wer beispielsweise mit seinen Eltern übereinkommt, dass diese in ein Alters- oder Pflegeheim umziehen sollten, kann von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln geplagt werden: Schiebe ich meine Liebsten ...

    Wer beispielsweise mit seinen Eltern übereinkommt, dass diese in ein Alters- oder Pflegeheim umziehen sollten, kann von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln geplagt werden: Schiebe ich meine Liebsten ab, damit ich mir ein schönes Leben machen kann und von lästigen Pflege- und Betreuungsaufgaben entbunden werde? Ein schlechtes Gewissen braucht niemand zu haben, wenn man weiss, als wie gut die Lebens- und Pflegequalität in Schweizer Alters- und Pflegeinstitutionen von den Bewohnerinnen und Bewohnern wahrgenommen wird. 2015 ergab die Studie RESPONS der Berner Fachhochschule aufgrund einer repräsentativen Befragung, dass 94 Prozent aller Bewohnerinnen und Bewohner ihr Alters- oder Pflegeheim anderen weiterempfehlen würden.

    Eine seriöse und rechtzeitige Vorbereitung der Entscheidung für einen Heimeintritt kann dazu beitragen, dass Schuldgefühle gar nicht erst entstehen. Sprechen Sie das Thema aktiv an beziehen Sie ihre Angehörigen in den Prozess ein. Schauen Sie sich gemeinsam Institutionen direkt vor Ort an. Diese veranstalten auch regelmässig Besuchstage und beraten Sie gern.

    Neben den Bedürfnissen und Wünschen der Angehörigen zählen zudem auch Ihre eigenen: Machen Sie sich und ihrem Umfeld klar, dass auch Sie nur ein Mensch sind, dessen Leistungs- und Belastungsgrenze sowohl im Berufs- als auch im Familienleben irgendwann erreicht ist. Sprechen Sie offen darüber, bevor Sie mit der Pflege- und Betreuungssituation überfordert sind!

    Und wenn sich die Schuldgefühle trotzdem nicht ausräumen lassen, arbeiten Sie diese mittels einer professionellen Beratung z. B. durch eine Psychologin oder einen Seelsorger auf. Oft geht es dann um tieferliegende Fragestellungen wie Anerkennung und Zuwendung von Angehörigen oder um Angst vor Kritik und Liebesentzug.

    Die Zeit, die Ihnen mit Ihren Angehörigen bleibt, kann durch das Leben im Alters- oder Pflegeheim eine andere Qualität bekommen – eine bessere Qualität.

    Link

    Zusammenfassung der Studie RESPONS «Lebens- und Pflegequalität im Pflegeheim» (2015).

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  • Welche Wohn- und Betreuungsformen gibt es überhaupt?

    Die heutigen Wohnformen für Menschen im Alter sind vielfältig und dem Grad der Begleitungs-, Betreuungs- und Pflegebedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst. Zu Hause alt werden. Dies ...

    Die heutigen Wohnformen für Menschen im Alter sind vielfältig und dem Grad der Begleitungs-, Betreuungs- und Pflegebedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst.

    • Zu Hause alt werden. Dies entspricht dem Wunsch der meisten älter werdenden Menschen. Bei Bedarf können externer Serviceleistungen beigezogen werden. Die Pflege erfolgt durch Angehörige und/oder mithilfe ambulanter Unterstützung (Spitex).
       
    • Alterswohnung / Alterssiedlung. Wohnungen, die spezifisch für ältere Menschen gebaut wurden. Im Idealfall nicht nur im Innern hindernisfrei gestaltet, sondern in einem altersgerechten Umfeld und gut ans Quartier und öffentliche Dienstleistungen angebunden.
       
    • Wohnen mit Dienstleistungen / Betreutes Wohnen. Dieses Angebot kombiniert die Alterswohnung mit der Möglichkeit, je nach Bedürfnis professionelle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen – Verpflegung, Haushalt, soziale Betreuung, Pflege, Kultur, Freizeit.
       
    • Alterswohngemeinschaft. Selbst organisierte und langfristig angelegte Wohnarrangements in Form einer Alters-WG, in der alle Bewohnerinnen und Bewohner einen eigenen Raum haben. Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, Gästezimmer und je nachdem auch Badezimmer werden geteilt.
       
    • Altershausgemeinschaft. Zusammen allein wohnen: In einer selbst organisierten Altershausgemeinschaft verfügen alle Parteien über eine eigene, abschliessbare Wohnung. Je nachdem gibt es auch gemeinschaftliche Innen- und Aussenräume.
       
    • Mehrgenerationenhaus. Eine Wohnform, in der sich verschiedene Generationen (ältere Menschen, jüngere Familien, alleinstehende Elternteile) gegenseitig ergänzen und unterstützen. Variante: Alte Menschen, die über viel Wohnraum verfügen, stellen gegen Mithilfe in Haushalt, Garten, Betreuung etc. Zimmer bzw. Wohnungen zur Verfügung.
       
    • Altersheim. Für ältere Menschen, die nicht selbstständig leben wollen oder können, aber nicht pflegebedürftig sind. Eigenes Zimmer mit Nasszelle, aber keine eigene Küche. Dienstleistungen wie Verpflegung, Wäsche, Putzen, Beratung, Nutzung gemeinsamer Räume und Veranstaltungsangebote sind inbegriffen.
       
    • Altersresidenz. Altersheim in gehobenem Standard mit hotel-ähnlichem Wohnangebot. Bewohner verfügen über eigene Wohnung mit Bad und Küche, leben aber gemeinsam in einer Institution mit breitem Angebot an professionellen Dienstleistungen: Schwimmbad, Restaurant, Fitnessraum, kulturelle Veranstaltungen usw. Oft auch mit Pflegeabteilung.
       
    • Pflegeheim. Für ältere Menschen, die auf umfassende Pflege und Betreuung angewiesen sind. Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft des Pflegepersonals. Je nachdem Ein- oder Zweibettzimmer mit Nasszelle. Professionelle Dienstleistungen, die alle Lebensbereiche abdecken, gehören standardmässig dazu.
       
    • Pflegewohngruppe. Diese haben eine ähnliche Struktur wie moderne Pflegeheime und werden oft dezentral geführt. Pflegewohngruppen sind aber auch innerhalb eines Pflegeheims eine mögliche alternative Wohnform. Die Betreuung erfolgt durch qualifiziertes Pflegepersonal.
       
    • Tages- und Nachtstätten. Tagesbetreuungsangebote für ältere Menschen werden immer wichtiger. Die Tagesstruktur und pflegerische Betreuung wird z. B. vom angegliederten Alters- und Pflegeheim gewährleistet. Heute gibt es temporäre Betreuungsangebote etwa nach einem Spitalaufenthalt oder einer gesundheitlichen Krise, um danach wieder nach Hause zurückzukehren.


    Manche Institutionen kombinieren verschiedene Wohn- und Betreuungsformen miteinander. Wie die Angebote aussehen, kann direkt bei den Institutionen erfragt werden. Einen guten Überblick bietet die Website heiminfo.ch. Hier können die Institutionen spezifisch nach den gewünschten Wohnformen durchsucht werden – auch in Kombination.

    Weiterführende Informationen

    Heiminfo.ch
    Age-Stiftung – Wohnen und Älterwerden
    CURAVIVA Luzern. (2017). Wohnen im Alter.
    Pro Senectute Ratgeber: Wohnen im Alter
    Wohnen im Alter: Leben ganz nach Ihren Wünschen
    VIVA Luzern AG. (2016). Am Puls der Zeit: Wohnformen im Alter. In: viva! Magazin. Ausgabe 3, Oktober 2016, S. 12–17.

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  • Welche administrativen Schritte vor dem Heimeintritt müssen mit dem Alters- oder Pflegeheim gemacht werden?

    Wer sich für einen Platz in einem Alters- und Pflegeheim anmelden will, tut dies direkt beim Heim mit einem Formular bzw. Gesuch. Es kann sein, dass es gewisse Kantone anders regeln – in diesem ...

    Wer sich für einen Platz in einem Alters- und Pflegeheim anmelden will, tut dies direkt beim Heim mit einem Formular bzw. Gesuch. Es kann sein, dass es gewisse Kantone anders regeln – in diesem Fall sind die Institutionen informiert und teilen dies den Gesuchstellenden mit. Man kann sich gleichzeitig an mehreren Orten anmelden; nur sollte man keine schriftlichen Verbindlichkeiten eingehen, bis die definitive Wahl gefallen ist. Verschiedene Kantonalverbände von CURAVIVA sowie die für Altersfragen zuständigen Abteilungen in den Kantonsverwaltungen geben einen Überblick über die aktuell freien Heimplätze und/oder eine Heimliste.

    Bevor Sie sich anmelden, sollten Sie ein Gespräch mit der Heimleitung oder einer für diese Aufgabe zuständigen Person der Institution führen. Selbstverständlich können Sie sich dabei von einer Vertrauensperson begleiten lassen. In diesem Gespräch sollten Sie Ihre persönlichen Fragen rund um das Leben in der Institution klären und sich über das weitere Vorgehen informieren: Welche Anmeldeformalitäten gelten? Gibt es eine Wartefrist? Wie läuft der Eintritt konkret ab? Die Antworten auf solche und ähnliche Fragen können je nach Institution variieren.

    Wenn das Alters- und Pflegeheim in einem anderen Kanton liegt als das bisherige Zuhause, ist Vorsicht geboten. Es braucht unbedingt zusätzliche Abklärungen zwischen der ausgewählten Institution im Kanton A und der Herkunftsgemeinde im Kanton B. Dies deshalb, weil die Finanzierung der Pflegerestkosten, welche die öffentliche Hand übernimmt, gesetzlich erst unbefriedigend gelöst ist (siehe auch Frage «Wo kann ich mich über Finanzierung, Organisation, Ab-/Anmeldung und Vorgehen beim Heimeintritt beraten lassen?»).

    Damit man in eine Institution eintreten kann, ist eine ärztliche Verordnung nötig. Diese weist entweder eine Pflegebedürftigkeit nach, oder sie begründet, dass aufgrund von sozialen Schwierigkeiten oder einer Demenzerkrankung ein weiteres Verbleiben am bisherigen Wohnort unmöglich ist. Der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim ist nicht an eine Alterslimite gebunden. Dies gilt auch für andere altersgerechte Wohnformen wie Wohnen mit Dienstleistung, Akut- und Übergangspflege, Tages- und Nachtstrukturen usw. (siehe auch Frage «Unter welchen Voraussetzungen kann ich im Alters- und Pflegeheim wohnen?»).

    Das neue Erwachsenenschutzrecht sieht vor, dass bei einem längeren Aufenthalt in einer Pflegeinrichtung ein schriftlicher Betreuungsvertrag abgeschlossen wird. Darin werden die Leistungen, die von der Institution erbracht werden, und das dafür geschuldete Entgelt festgelegt (siehe auch Frage «Welche Rechte und Pflichten beinhaltet der Heimvertrag?»).

    Links

    CURAVIVA Kantonalverbände
    Muster-Pensionsvertrag von CURAVIVA Schweiz
    Empfehlungen zum Betreuungs- und Pflegevertrag von Pro Senectute
    Pro Senectute Ratgeber: Was muss ich beim Wechsel ins Altersheim beachten?

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  • Unter welchen Voraussetzungen kann ich im Alters- und Pflegeheim wohnen?

    Der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim ist nicht an eine Alterslimite gebunden. Dies gilt auch für andere altersgerechte Wohnformen wie Wohnen mit Dienstleistung, Akut- und Übergangspflege, ...

    Der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim ist nicht an eine Alterslimite gebunden. Dies gilt auch für andere altersgerechte Wohnformen wie Wohnen mit Dienstleistung, Akut- und Übergangspflege, Tages- und Nachtstrukturen usw.

    Damit man in eine Institution eintreten kann, ist jedoch eine ärztliche Verordnung nötig. Diese weist entweder eine Pflegebedürftigkeit nach, oder sie begründet, dass aufgrund von sozialen Schwierigkeiten oder einer Demenzerkrankung ein weiteres Verbleiben am bisherigen Wohnort unmöglich ist.

    Prinzipiell gilt, dass jede Person so lang wie möglich in ihrem angestammten Zuhause bleiben können soll. Dies entspricht auch dem weitverbreiteten Wunsch von älteren Menschen (vgl. Höpflinger & Van Wezemael, 2014, S. 147). Um diesem Grundsatz nachzukommen, gibt es verschiedene Unterstützungsdienstleistungen der ambulanten Pflege (öffentliche und private Spitex), der Pro Senectute oder anderer Organisationen. Diese werden üblicherweise durch die Wohngemeinde koordiniert.

    Quellenangabe

    Höpflinger, F. & Van Wezemael, J. (Hrsg.). (2014). Age Report III: Wohnen im höheren Lebensalter. Grundlagen und Trends. Zürich & Genf: Seismo.

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  • Wo kann ich mich über Finanzierung, Organisation, Ab-/Anmeldung und Vorgehen beim Heimeintritt beraten lassen?

    In erster Linie ist das Alters- und Pflegeheim der richtige Ansprechpartner bei Fragen rund um den Heimeintritt. Die Institution kennt die Abläufe und das Prozedere der neu eintretenden Bewohnerinnen ...

    In erster Linie ist das Alters- und Pflegeheim der richtige Ansprechpartner bei Fragen rund um den Heimeintritt. Die Institution kennt die Abläufe und das Prozedere der neu eintretenden Bewohnerinnen und Bewohner sehr gut. Sie ist in der Regel auch gut dokumentiert (Broschüren, Webseite usw.), sodass man die Informationen in aller Ruhe studieren kann (siehe auch Frage «Welche administrativen Schritte vor dem Heimeintritt müssen mit dem Heim gemacht werden?»).

    Wenn das Alters- und Pflegeheim in einem anderen Kanton liegt als das bisherige Zuhause, ist Vorsicht geboten. Es braucht unbedingt zusätzliche Abklärungen zwischen der ausgewählten Institution im Kanton A und der Herkunftsgemeinde im Kanton B. Dies deshalb, weil die Finanzierung der Pflegerestkosten, welche die öffentliche Hand übernimmt, gesetzlich erst unbefriedigend gelöst ist.

    Informationen über und Hilfsmittel für die Vorbereitung auf einen Heimeintritt bieten verschiedene Kantonalverbände von CURAVIVA sowie Pro Senectute auf ihren Webseiten an.

    Links

    CURAVIVA Kantonalverbände
    CURAVIVA Suchmaschine heiminfo.ch für soziale Institutionen in der Deutschschweiz

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  • Welche Rechte und Pflichten beinhaltet der Heimvertrag?

    Grundsätzlich ist es den Alters- und Pflegeheimen freigestellt, wie sie ihre Heim- bzw. Pensionsverträge ausgestalten – sie dürfen einfach kein geltendes Recht verletzen. Wie bei einem ...

    Grundsätzlich ist es den Alters- und Pflegeheimen freigestellt, wie sie ihre Heim- bzw. Pensionsverträge ausgestalten – sie dürfen einfach kein geltendes Recht verletzen.

    Wie bei einem normalen Mietvertrag, ist auch die Auflösung eines Pensionsvertrags mit einer Kündigungsfrist verbunden. Für den Todesfall wird dabei oft eine Frist von 30 Tagen vereinbart. Das heisst, in dieser Zeit müssen die Kosten für die Hotellerie weiterbezahlt werden, jedoch längstens bis zur Weitervermietung des Zimmers an eine andere Person.

    CURAVIVA Schweiz bietet den Alters- und Pflegeheimen einen Muster-Pensionsvertrag an, der alle erforderlichen Punkte an die Ausgestaltung eines solchen Vertrags beinhaltet. Pro Senectute stellt ebenfalls Informationen und Empfehlungen zum Betreuungs- und Pflegevertrag zur Verfügung.

    Links

    Muster-Pensionsvertrag von CURAVIVA Schweiz
    Empfehlungen zum Betreuungs- und Pflegevertrag von Pro Senectute

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  • Was kann und muss ich ins Alters- oder Pflegeheim mitnehmen?

    In vielen Alters- und Pflegeheimen ist es möglich, persönliche Gegenstände (Bilder, kleine Möbel usw.) aus dem bisherigen Zuhause mitzubringen. Meistens wird das Zimmer vonseiten der Institution mit ...

    In vielen Alters- und Pflegeheimen ist es möglich, persönliche Gegenstände (Bilder, kleine Möbel usw.) aus dem bisherigen Zuhause mitzubringen. Meistens wird das Zimmer vonseiten der Institution mit einem Pflegebett, einer Notfalleinrichtung, einem Tisch und Stuhl sowie mit einem Schrank ausgestattet.

    Die vielfältigen neuen Wohnformen lassen jedoch auch weitergehende Lösungen zu. Was man mitnehmen kann, hängt vom spezifischen Wohnangebot und den Möglichkeiten der Institution ab.

    Da die diese Frage in Hinblick auf einen Heimeintritt relevant wird, ist das Alters- und Pflegeheim die richtige Anlaufstelle für deren Beantwortung.

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  • Welche administrativen Schritte vor dem Heimeintritt müssen privat gemacht werden?

    Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich, sprich: Es kommt darauf an, wo man wohnt. Es gibt diverse Anlaufstellen, die sich um verschiedene Themen kümmern und die Sie gern beraten. Was überall ...

    Das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich, sprich: Es kommt darauf an, wo man wohnt. Es gibt diverse Anlaufstellen, die sich um verschiedene Themen kümmern und die Sie gern beraten. Was überall gleich ist: Die Alters- und Pflegeheime haben die Pflicht, die eintretenden Bewohnerinnen und Bewohner in den administrativen Belangen zu unterstützen. Der einfachste Weg ist also, sich an die Verantwortlichen der Institution zu wenden – nicht zuletzt, damit man keinen Schritt vergisst.

    Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, müssen folgende administrativen Schritte vor oder während des Heimeintritts privat gemacht werden:

    • Institution auswählen: In allen Kantonen können die Alters- und Pflegeheime direkt kontaktiert, angefragt und besichtigt werden – in manchen Fällen ist sogar ein Testaufenthalt möglich. So findet man am besten heraus, welche Institution und welche Wohnform zu seinen Bedürfnissen passt. Gefällt einem eine Institution, kann man ein Eintrittsgesuch stellen (siehe auch Frage «Welche administrativen Schritte vor dem Heimeintritt müssen mit dem Heim gemacht werden?»). Damit man in eine Institution eintreten kann, ist eine ärztliche Verordnung nötig (siehe auch Frage «Unter welchen Voraussetzungen kann ich im Alters- und Pflegeheim wohnen?»).
       
    • Spezialfälle: Gewisse Alters- und Pflegeheime sind Teil einer Gruppe oder werden von Gemeinden bzw. Regionen getragen. In diesen Fällen sind unter Umständen zusätzliche administrative Schritte für die Anmeldung nötig, zum Beispiel ein umfangreiches Gesuch oder eine Anmeldung über die Gemeindeverwaltung. Die betroffenen Institutionen werden Sie gern beraten.
       
    • Mietvertrag kündigen: Ob man seinen laufenden Mietvertrag kündigen muss, hängt vom Wohnkanton ab. In Genf beispielsweise bedingt der Heimeintritt den definitiven Auszug aus dem bisherigen Zuhause und ist für die Verwaltung ein Kündigungsgrund mit sofortiger Wirkung. Im Nachbarkanton Waadt hingegen kann man das alte Mietverhältnis während der ersten Aufenthaltsmonate in der Institution beibehalten.
       
    • An- und Abmeldung bei der Gemeinde: Wichtig sowohl beim Wegzug aus der alten Wohngemeinde als auch beim Zuzug in die neue Gemeinde, in der das Alters- und Pflegeheim liegt, sind die Ab- und die Anmeldung auf dem jeweiligen Einwohnerkontrollamt (Gemeindeverwaltung). Die Frist für die Anmeldung beträgt in der Regel 14 Tage ab dem Umzug. In den meisten Gemeinden muss man sich persönlich ab- und anmelden. Nehmen Sie folgende Dokumente mit:
      • Heimatschein, individuell oder für Paare. Der Heimatschein wird Ihnen von Ihrer alten Wohngemeinde abgegeben. Einen neuen Heimatschein können Sie beim Zivilstandsamt Ihrer Heimatgemeinde bestellen
      • allenfalls Krankenkassenkarte oder einen Versicherungsnachweis der aktuellen Krankenversicherungs-Police
         
    • Adressänderung mitteilen: Wer in derselben Gemeinde umzieht, informiert die Einwohnerkontrolle mit einer Adressänderung. Wem die Adressänderung sonst noch mitgeteilt wird, hängt von der persönlichen Situation ab (Freunde, Bekannte, Verwandte; Banken, Versicherungen, Zeitungsabos usw.). Damit Briefe und Pakete, die versehentlich an die alte Adresse geliefert werden, automatisch ins Heim weitergeleitet werden, ist bei der Post eine Umzugsmeldung mit Nachsendeauftrag zu machen.
       
    • Telefonanbieter/Billag: Der Umzug sollte auch frühzeitig, sprich einige Wochen vorher, dem Telefonanbieter (Swisscom, Sunrise, UCP) gemeldet werden. So stellt man sicher, dass man seine Festnetznummer behalten kann. Der Umzug kann bei vielen Telefonanbietern online gemeldet werden, der Hausdienst des Alters- und Pflegeheims bietet gern Unterstützung an. Dasselbe gilt für die Billag, welche die Radio- und Fernsehgebühren erhebt (siehe auch Frage «Muss ich im Alters- und Pflegeheim auch Billag-Gebühren für Radio und TV bezahlen?»)
       
    • Versicherungen: Beim Übertritt in ein Alters- und Pflegeheim sollten alle bestehenden Versicherungspolicen überprüft werden. Zum Beispiel kann man die Hausratversicherung in der Regel reduzieren, wenn man von einem Haus in ein Zimmer umzieht und weniger Gegenstände versichern muss. Die Privathaftpflichtversicherung ist daraufhin zu prüfen, ob sie auch Schäden deckt, die von dementen Personen verursacht werden. Bei Rechtsschutzversicherung wiederum ist zu beachten, dass im Alter viele Risiken wie Streitigkeiten mit dem Vermieter oder Arbeitgeber wegfallen.
       
    • Finanzielle Beratung: Der Aufenthalt in einem Alters- und Pflegeheim mit seinen Pflege- und Betreuungsleistungen rund um die Uhr ist teuer. Nur ein Teil der Kosten wird von der Krankenversicherung und der öffentlichen Hand übernommen (siehe auch Frage «Welche Kosten fallen an und wer übernimmt welche Kosten?»). Wer nicht in der Lage ist, die privaten Kostenanteile zu tragen, kann entsprechende Hilfe beantragen (siehe auch Frage «Wie wird das individuelle Vermögen für die Preisberechnung berücksichtigt?»). Um davon zu profitieren, ist ein Gesuch zu stellen. Die Institution unterstützt Sie beim Ausfüllen der nötigen Formulare.

    Links

    Ab- und Anmelden bei der Wohngemeinde, Informationsportal ch.ch
    Nachsendung der Post an die neue Adresse und Umzugsmitteilung
    Beobachter Online. (2017). Diese Versicherungen müssen mit ins Altersheim.

    Umzugsmeldung bei den gängigen Telefonanbietern:

    Swisscom
    Sunrise
    UPC

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  • Wie läuft der ideale Entscheidungsprozess für die Heimsuche ab?

    Der Entscheidungsprozess für die Heimsuche ist dann gelungen, wenn die Betroffenen mit der einmal getroffenen Entscheidung gut leben können. Dies kann durch eine gute, frühzeitige und umfassende ...

    Der Entscheidungsprozess für die Heimsuche ist dann gelungen, wenn die Betroffenen mit der einmal getroffenen Entscheidung gut leben können. Dies kann durch eine gute, frühzeitige und umfassende Planung positiv beeinflusst werden. Das gilt sinngemäss auch für Angehörige, die nicht selten von Schuldgefühlen geplagt werden, müssen sie den Heimeintritt veranlassen (siehe auch Fragen «Was mache ich mit Schuldgefühlen, wenn ich meine/n Angehörige/n ins Alters- oder Pflegeheim angemeldet habe?» und «Kann ich für meinen demenzkranken Angehörigen über den Heimeintritt entscheiden?»).

    Ein wichtiges Moment ist die erlebte Möglichkeit zur Mitgestaltung und Selbstbestimmung, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen. Gemäss einer Studie von 2005, in der Menschen auf der Warteliste für einen Heimeintritt in der Stadt Zürich befragt wurden, ist die Selbstbestimmung «ein hoher Wert [...], der auch den Entscheid für einen Eintritt ins Altersheim begleitet. Die Personen auf der Warteliste sind Menschen, die auch bei zunehmender Fragilität ihr Leben selber in die Hand nehmen wollen. In Erwartung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einer zunehmenden Hilfsbedürftigkeit werden mit der Anmeldung für ein Altersheim aktiv Massnahmen zur Optimierung der Lebensumstände getroffen, die wiederum längerfristig Selbstbestimmung möglich machen» (Zwinggi/Schelling, 2005, S. 9).

    Idealerweise setzt der Informations- und Planungsprozess rund um das Wohnen und Leben im Alter so früh wie möglich ein – er kann entsprechend mehrere Jahre dauern. So hat man genug Zeit, sich mit den verschiedenen Wohnformen und den ambulanten und stationären Angeboten auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, welche Formen in welcher Situation für einen infrage kommen können. Ein weiterer Grund für die rechtzeitige Vorsorge ist die Tatsache, dass ein Heimeintritt mit Wartezeiten verbunden sein kann (siehe auch Frage «Welche Wohn- und Betreuungsformen gibt es überhaupt?»).

    Sprechen Sie auch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und Ihren Angehörigen über Möglichkeiten und Wünsche. Und schauen Sie sich die verschiedenen Angebote selber an, sprechen Sie mit den Verantwortlichen der Institutionen, für die Sie sich interessieren, und studieren Sie Broschüren, Webseite usw. in aller Ruhe. Haben Sie sich für einen Heimeintritt entschieden, sollten Sie mit der Institution Ihrer Wahl einen Termin vereinbaren und sich über die nächsten Schritte informieren lassen (siehe auch Frage «Welche administrativen Schritte vor dem Heimeintritt müssen mit dem Heim gemacht werden?»).

    Für viele Fragen im Zusammenhang mit dem Wohnen im Alter bietet die Pro Senectute mit einem Netz von 130 Beratungsstellen in allen Regionen Unterstützung an. Informationen und Hilfsmittel für die Vorbereitung auf einen Heimeintritt sind sowohl bei Pro Senectute als auch bei verschiedenen Kantonalverbänden von CURAVIVA auf den Webseiten zu finden. Schliesslich können Ihre Gemeindeverwaltung oder die zuständigen Abteilungen der Kantonsverwaltung in Ihrem Wohnkanton Auskunft über die Anlauf- und Beratungsstellen geben (siehe auch Fragen «Wo kann ich mich über Finanzierung, Organisation, Ab-/Anmeldung und Vorgehen beim Heimeintritt beraten lassen?» und «Welche unabhängigen Anlauf- und Beratungsstellen gibt es, und für welche Themen?»).

    Links

    Zwinggi, Susanne; Schelling, Hans Rudolf. (2005). Warum ins Heim? Motive für den Eintritt ins Altersheim. Befragungsstudie im Auftrag der Altersheime der Stadt Zürich AHZ und der Beratungsstelle Wohnen im Alter WiA. Kurzbericht. Universität Zürich, Zentrum für Gerontologie.
    Pro Senectute Ratgeber, Wir unterstützen Sie beim Älterwerden
    Pro Senectute Beratungsstellen, unentgeltliche Sozialberatung
    CURAVIVA Kantonalverbände

    Weiterführende Informationen

    Mischke, Claudia; Koppitz, Andrea; Dreizler, Jutta; Händler-Schuster, Daniela; Kolbe, Nina. (2015). Eintritt ins Pflegeheim: Das Erleben der Entscheidung aus der Perspektive der Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner. In QuPuG – Journal für qualitative Forschung in Pflege- und Gesundheitswissenschaft (H1/J2015), S. 72–81.

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