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Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

Demenzbox – Geragogik, Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

Tiergestützte Interventionen (TGI)

In der Tagesgestaltung von Menschen mit Demenz und auch bei Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung erhalten verschiedene Formen des Einsatzes von Tieren einen festen Platz.

Dass Tiere manchmal den besseren Zugang zu Menschen finden, ist schon lange bekannt. So sind zum Beispiel die «Blindenhunde» bei Menschen mit Sehbehinderungen eine unverzichtbare Stütze.

>> Übersicht über die Formen der tiergestützten Interventionen (TGI)

Wirkung von tiergestützten Interventionen

Vielfältige Erfahrungen zeigen, dass Menschen mit einer Demenzerkrankung, wie auch Menschen mit einer geistigen und und mehrfachen Behinderung, nach einer tiergestützten Intervention entspannt, innerlich ruhiger und deutlich engagierter sind.

Dabei können sich folgende Auswirkungen zeigen:

  • Erleben von positiven und stressfreien Begegnungen ohne Konfrontation mit den krankheitsbedingten Defiziten im Kommunikationsbereich;
  • sich vom Tier angenommen und wertgeschätzt zu fühlen;
  • positive Stimulation (psychische, physische und soziale Prozesse);
  • Erleben eines vielfältigen Spektrums an Gefühlen und Erfahrungen auch bei fortgeschrittener Demenz;
  • Stärkung der Kompetenzen (z.B. Fürsorgekompetenz) und Erfolgserlebnisse;
  • Zugang zu emotionalen Lebensmomenten.

Praxisbeispiele

In vielen Alters- und Pflegeinstitutionen und in Institutionen für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung nehmen Mitarbeiterinnen gelegentlich oder regelmässig ihren eigenen Hund zur Arbeit mit und/oder setzen ihn gezielt bei Aktivitäten mit demenzkranken Bewohnerinnen ein. In der Schweiz vermittelt zudem eine Vereinigung  solche Einsätze. Der Hundebesuchsdienst für Menschen mit einer Demenzerkrankung orientiert sich an den Wünschen und Fähigkeiten, aber auch an den Charaktereigenschaften und Möglichkeiten der Besuchshunde. Möglich sind Begleitungen bei Spaziergängen, aber auch Besuche bei bettlägerigen Menschen. Alle Hunde sind auf ihre Eignung für den Besuchsdienst von einem zertifizierten Hundetrainer getestet worden und ihre Besitzer haben einen Schulungskurs zum «Begleiter für Menschen mit Demenz» absolviert.

Weiterführende Literatur

  • Wesenberg, S. (2015). Tiergestützte Interventionen in der Demenzbetreuung. Wiesbaden.
  • Hegedusch, E., Hegedusch, L. (2010). Tiergestützte Therapie bei Demenz. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Tieren auf demenziell erkrankte Menschen. Hannover.
  • Leser, M. (2008). Mensch-Tier-Beziehungen. Tiereinsätze im Heimbereich. Bern.
  • Demenz-Hilfe
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