CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Demenz - Demenzerkrankungen - Diagnostik allgemein
Demenzerkrankungen

Demenzbox – Demenzerkrankungen > DIAGNOSTIK

Diagnostik allgemein

Die Demenzdiagnose ist eine Differenzialdiagnose. Das heisst, dass man eine mögliche Krankheit nach der anderen systematisch ausschliesst. Andreas U. Monsch und Reto U. Kressig begründen die Wichtigkeit einer diagnostischen Abklärung wie folgt: «Reversible Demenzursachen müssen so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Bei den irreversiblen Formen ermöglicht eine frühzeitige Diagnosestellung die Organisation einer entsprechenden medikamentösen und psychosozialen Demenztherapie. Im Hinblick auf die unterschiedliche therapeutische Option ist die Differenzierung der verschiedenen Demenzformen notwendig und sinnvoll.» (Mosch & Kressing, 2008).

In der Schweiz wurde zur Diagnose und Therapie von Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, von einer Arbeitsgruppe von Gerontopsychiatern ein «Konsensus 2012» erarbeitet, der in einem Gutheissungsverfahren von zahlreichen Demenz-Experten der Schweiz ratifiziert wurde. Aktuell basiert die Diagnostik auf der klinischen Untersuchung gemäss der Definition von Demenz nach ICD 10 und DSM-IV TR. Zurzeit werden die Diagnosekriterien überarbeitet.

Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie 2014-2019 wird das Thema Diagnose ebenfalls bearbeitet.

Zusätzlich zur Diagnose ist die Bestimmung der Demenzstufen wichtig. Sinnvollerweise bezieht man sich dabei auf das Ausmass der Betreuungs- bzw. Begleitungsunterstützung und unterscheidet zwischen den Demenzstufen leicht, mittel und schwer. Eine Demenzdiagnose wird entweder durch den Hausarzt oder durch eine interdisziplinäre Demenzabklärung an einer Memory Clinic gestellt.

Der Hausarzt stützt sich dabei auf eine ausführliche Anamneseerhebung mit standardisierten Instrumenten zu Art und Verlauf der Symptome, eventuell unter Einbezug von nahestehenden Personen, auf kognitive Screening-Tests, auf eine körperliche Untersuchung und auf Laboranalysen. Für eine interdisziplinäre Demenzabklärung werden an einer Memory Clinic neuropsychologische Untersuchungen, geriatrische Assessments, Bildgebende Diagnostik, Liquor-Diagnostik, EEG, und Genetische Abklärungen durchgeführt.

All diese Abklärungen sind wichtig, um behandlungsrelevante Erkrankungen zu erkennen, welche das Auftreten von auffälligen Symptomen begünstigen können. So können etwa Verwirrtheitszustände auch durch Mangelernährung und Dehydration ausgelöst werden. Zu denken ist in diesem Zusammenhang auch an Herzerkrankungen, Atemaussetzer während der Nachtruhe, Hör- und Sehbeeinträchtigungen, Trauer, Schmerz, Depression oder Reaktionen auf strukturelle Veränderungen wie z.B. Umzüge oder Krankenhausaufenthalte.

Quelle und weiterführende Literatur
Monsch, A. U., Kressig R. W. (2008). Diagnostik und Therapie der Demenz. In PrimaryCare, 8(4), S. 58-60.
Vereinigung Alzheimer Schweiz: Abklärung und Diagnose.
Hofmann, W. (2012). Leitliniengerechte Diagnose der Demenzätiologie. In Z Gerontol Geriat, Bd. 45, S. 761–773.

Nationale Demenzstrategie 2014–2019.

Zurück
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln