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Was tun bei Cybermobbing?

Institution: Prävention

Konflikte zwischen Kindern und Jugendlichen werden auch auf digitalem Weg ausgetragen. Die Prävention gegen Ausgrenzung und Mobbing im Alltag wirkt gleichzeitig auch präventiv für Cybermobbing. Schaffen Sie eine positive Atmosphäre des Miteinanders. Beobachten Sie, wie Jugendliche miteinander umgehen und reagieren Sie, wenn Sie ein ungutes Gefühl haben. Konzepte sind nur so gut, wie sie im Alltag gelebt und fortlaufend den Bedürfnissen angepasst werden.

Was tun?

Fördern Sie die sozialen Kompetenzen.

  • Wer sozial kompetent und sich seiner Stärken bewusst ist, wird sich seltener des Cybermobbing oder Mobbings bedienen.   

  • Fördern Sie bewusst und regelmässig die sozialen Kompetenzen, das Entdecken der eignen Stärken sowie die Empathiefähigkeit der Kinder und Jugendlichen, zum Beispieldurch gezielte Workshops oder Gruppenaktivitäten. Es kann sinnvoll sein, einzelne Methoden geschlechterspezifisch durchzuführen.   

  • Fördern Sie einen guten Zusammenhalt in der Gruppe. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit von Cybermobbing und Mobbing unter den Mitgliedern.   

  • Greifen Sie bei der Prävention von Cybermobbing und Mobbing auch Themen wie Zugehörigkeit, Machtlosigkeit, Formen von Gewalt oder Werte im Zusammenleben auf.  

Haben Sie eine klare Haltung und handeln Sie danach im Alltag.

In Institution, die sich in aller Deutlichkeit gegen Cybermobbing und Mobbing positionieren, haben Akteure von Mobbing weniger Chancen und Betroffene werden besser geschützt. Seien Sie darauf vorbereitet, wenn ein Mobbingfall eintritt. Alle sollen in der Lage sein, auf einen Verdacht angemessen zu reagieren und über das Vorgehen informiert zu sein, nicht nur eine ausgewählte Gruppe. Am besten funktioniert dies auf der Grundlage einer institutionellen Haltung, welche das Hinschauen fordert und das angemessene Handeln fördert. Dies ist idealerweise verschriftlicht, zum Beispiel im Medienkonzept (siehe unten). Ein möglicher Grundsatz könnte sein: (Cyber-)Mobbing wird in keiner Weise toleriert. Wir thematisieren es regelmässig, bevor es passiert. Betroffene sind nicht Schuld am Mobbing und bekommen Unterstützung. Wichtig ist, dass sowohl die Fachpersonen als auch die Kinder und Jugendlichen in die Entwicklung bei der Haltung gegen Cybermobbing und Mobbing einbezogen und fortlaufend dazu sensibilisiert werden.  

Sensibilisieren und schulen Sie.

Klären Sie die Kinder und Jugendlichen über die gesetzliche Lage auf. Mögliche Kernbotschaften: Wenn du beleidigende, peinliche Fotos oder Nachrichten von anderen Personen verschickst oder zeigst oder weiterleitest, machst du dich zum Täter.   

Diskutieren Sie mit den Kindern und Jugendlichen, welche privaten Informationen sie wo, gegenüber wem und in welcher Weise über sich preisgeben und was die Konsequenzen daraus sein könnten. Im Mittelpunkt sollten nicht Verbote oder Gefahren stehen. Die Kinder und Jugendlichen sollten befähigt werden, eine eigenständige Position zu entwickeln. Es sollte respektiert werden, wenn die Kinder und Jugendlichen zu abweichenden Einschätzungen kommen als man selbst. Mögliche Prüffragen: Könnte man diese Informationen oder Bilder gegen mich verwenden, wenn sie in falsche Hände gerieten? Kann und will ich dieses Risiko eingehen? Kann ich das Risiko vermindern?    

Stellen Sie sicher, dass sowohl Mitarbeitende als auch Kinder und Jugendliche für Cybermobbing und die damit verbundenen Themen sensibilisiert werden und ihre Handlungsmöglichkeiten kennenlernen. Dies kann durch Workshops, interne oder externe Weiterbildungen oder durch einen Gruppenabend erfolgen. Eine verbindliche, organisationsübergreifende Planung kann hier hilfreich sein, damit es im Alltag nicht vergessen geht.    

Schulen Sie die Fachpersonen im Umgang mit Mobbingsituationen. Definieren Sie Verantwortliche und Abläufe für gravierende Vorfälle.  

Stellen Sie Material über Cybermobbing sowie Mobbing und Kontaktstellen zur Verfügung, zum Beispiel Kontaktinfo an einer Pinnwand oder Broschüren zum Lesen.    

Konzepte 

Diskutieren Sie mit dem Team und den Kindern, wie ein gutes Miteinander möglich ist und wie sie vorgehen können, wenn dieses gestört wird. Halten Sie dies schriftlich in einem Konzept fest.  

Folgende Fragen können bei der Erarbeitung eines Konzepts zum Umgang mit Cybermobbing und Mobbing und einer Grundhaltung hilfreich sein:    

  • Haben wir gemeinsame Grundsätze des Umgangs miteinander?    
  • Teilen wir ein Grundverständnis zum Schweregrad eines Streits und Ausgrenzung?    
  • Sprechen wir Konflikte und Vorfälle an, auch wenn uns dies das Leben schwerer macht?   
  • Erleben die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen Ablehnung oder Ausgrenzung von Gleichaltrigen (in unserer Institution, ausserhalb unserer Institution)?  
  • Auf welchen digitalen Plattformen bewegen sich die Kinder und Jugendlichen, welche wir betreuen?    
  • Welche Hintergrundinformationen benötigen die Kinder und Jugendlichen, damit sie sich kompetent auf den digitalen Plattformen bewegen und bewusste Entscheidungen treffen können?   
  • Haben sie diese Informationen zur Verfügung?   
  • Wie erfahren wir von sozialen Konflikten?    
  • Gibt es möglicherweise Konflikte, von denen die Einrichtung nichts erfährt?    
  • Wissen die Fachpersonen, wie sie bei Mobbingsituationen reagieren sollen?    
  • Sind für gravierende Vorfälle Verantwortliche und Abläufe definiert?   

Entwickeln Sie ein Konzept zum «Guten Zusammenleben».

Diskutieren Sie mit dem Team und den Kindern, wie ein gutes Miteinander möglich ist und wie Sie vorgehen, wenn dieses gestört wird. Halten Sie dies schriftlich in einem Konzept fest. 

  • Legen Sie gemeinsam fest, welche Grundsätze Ihren Umgang untereinander und ein gutes Zusammenleben prägen. Worauf legen wir Wert? 
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Grundsätze im Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten, Konflikten, Ablehnung und Ausgrenzung. Diskutieren Sie diese im Alltag. Thematisieren Sie Konflikte bevor sie eskalieren. Wie erfahren Sie als Fachperson von sozialen Konflikten im analogen und digitalen Raum? Welche Reaktionen sind denkbar? Sprechen Sie Konflikte und Vorfälle an, auch wenn sie das Leben (zeitweise) schwerer machen? 
  • Legen Sie fest, anhand welcher Kriterien Sie einschätzen, welche Unterstützung angemessen ist. Wann braucht es Unterstützung von Erwachsenen oder Externen? 
  • Erarbeiten Sie zusammen mit den Kindern und Jugendlichen ein Vorgehen, wie mit Grenzüberschreitungen, und dazu zählen auch Mobbing im analogen und digitalen Raum, umgegangen wird.  Die Prozesse aus dem Bündner Standard können zum Beispiel dafür genutzt werden.  
  • Beschreiben Sie, wie in regelmässig definierten Abständen in einem partizipativen Verfahren die Evaluation des Konzepts stattfindet.  

 

Entwickeln Sie ein Medienkonzept.

Kinder und Jugendliche, die medienkompetent sind und sich der Chancen und Risiken des Internets bewusst sind, können sich bei Cybermobbing und Mobbing besser zur Wehr setzen. Die Autorinnen und Autoren der MEKiS Studie empfehlen in ihrer Arbeit, dass stationäre Einrichtungen Kinder und Jugendliche auch im digitalen Raum begleiten.  Ein Medienkonzept kann zur Prävention von Cybermobbing beitragen, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und im Verdachtsfall Orientierung bieten.  

  • Positionieren Sie sich als Institution zum Thema digitale Medien (Chancen, Risiken, was fördern Sie, wovor schützen Sie)  
  • Beschreiben Sie, wie Sie im Betreuungsalltag die Kinder und Jugendlichen in ihrer Medienkompetenz fördern und bei Fragen und Schwierigkeiten unterstützen.   
  • Entwickeln Sie eine grundsätzliche Haltung zu Cybermobbing (z.B. keine Schulzuweisung, gemeinsame Lösungssuche).  
  • Legen Sie fest, dass Cybermobbing und Mobbing regelmässig diskutiert werden. Legen Sie fest wer zuständig ist.   
  • Beziehen Sie Eltern, Fachpersonen und Dritten mit ein.  
  • Regeln Sie das Vorgehen im Verdachtsfall.  

Unterstützung für die Erarbeitung eines Medienpädagogischen Konzeptes und weitere Hilfestellungen wurden zum Beispiel von einer Forschungsgruppe in der Schweiz erarbeitet. Weitere Details unter: www.medienundsozialpädagogik.ch 

Institution: Intervention

Häufig liegt der Fokus so sehr auf den Akteuren, dass man geradezu von einer «Täter-Trance» sprechen kann, mit all ihren negativen Auswirkungen. Die Frage und Suche nach «Tätern» oder vielmehr nach Täterprofilen vor oder während einer Intervention birgt die Gefahr, dass der Fokus zu früh von der systemischen Dynamik auf die Suche nach den Verantwortlichen gelenkt wird.

  • Verzichten Sie auf stereotype Beschreibungen.
  • Trennen Sie Person und Verhalten: Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse der Akteure, lehnen Sie deren Verhalten konsequent ab.
  • Cybermobbing ist genauso wie Mobbing ist nur als gruppendynamisches Phänomen versteh- und auflösbar.

Was tun?

Stellen Sie fest, welcher Handlungsbedarf besteht.

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Beachten Sie 10 Grundsätze zum Vorgehen.

Bergsteigerregeln für Institutionen (die auch beim Vorgehen gegen Cybermobbing gelten)

  1. Bereiten Sie die Tour gründlich vor. Passen Sie die Ausrüstung der Herausforderung an (Vorbereitungsphase – Implementierung von Strukturen). 
  2. Erkundigen Sie sich nach den Wetterverhältnissen und örtlichen Gegebenheit; achten Sie auf Wetterveränderungen (Diagnostik).
  3. Passen Sie die Schwierigkeit der Tour dem eigenen Können an (Fachkompetenz).
  4. Wählen Sie einen geeigneten Tag für die Tour (Passung).
  5. Gehen Sie nicht allein (Teamprinzip). Vermeiden Sie eine Überforderung der Gruppe; beziehen Sie deren Wissen sowie Fähigkeiten zu Tempo und Länge in die Planung ein (Mitwirkung Konfliktbeteiligte).
  6. Teilen Sie mit, in welche Richtung Sie gehen (Transparenz und Information).
  7. Je schwieriger das Gelände, desto wichtiger ist spezielles Können und Erfahrung (Fortbildung in der Expertise, Kontinuität im Handeln).
  8. Achten Sie auf eine gute Technik (Methoden, Diagnostik) und trainieren Sie regelmässig (Fortbildung, Evaluation).
  9. Kehren Sie um, wenn Sie nicht weiterkommen (Selbsteinschätzung).
  10. Holen Sie Hilfe, wenn jemand in Gefahr ist (Selbst- und Opferschutz).
     

Bieten Sie den Beteiligten Hilfestellung zur Konfliktlösung an.

Achtung: Diese Möglichkeiten sollen nur angeboten werden, wenn Leib und Leben nicht akut bedroht sind. Sonst ist Handeln statt Reden gefragt. 

  • Sprechen Sie es an, wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, zum Beispiel bei einer Äusserung oder einem Verhalten.
  • Bieten Sie ein Gespräch an oder verweisen Sie auf andere Personen, die unterstützen könnten. 
  • Zeigen Sie konkrete Lösungsmöglichkeiten auf (z.B. die Friedenstreppe, siehe Hilfsmittel).

Finden Sie heraus, ob es tatsächlich (Cyber-)Mobbing ist.

Beziehen Sie relevante Personen in den Lösungsprozess mit ein.

  • Finden Sie heraus, welche Personen zur Beendigung des Cybermobbing oder Mobbings und der Lösung des dahinterliegenden Problems beitragen könnten, zum Beispiel Eltern, Lehrer, enge Bezugspersonen, eventuell Trainer. Diese Personen sind Ihr Helfernetz, mit den Sie gemeinsam gegen Cybermobbing oder Mobbing vorgehen. 
  • Berufen Sie eine Helferkonferenz mit diesen Personen ein. (Achtung Datenschutz: Nur so viele wie nötig, um das Mobbing zu stoppen.) 

Planen und koordinieren Sie das Vorgehen gemeinsam mit dem Helfernetz.

  • Definieren und koordinieren Sie die zu treffenden Massnahmen. 
  • Legen Sie fest, wer welchen Auftrag hat. 
  • Stimmen Sie sich, ab, wann und wie die Mobbingakteure und von Mobbing Betroffenen einbezogen werden.  
  • Dokumentieren Sie die wichtigsten Sachverhalte. 
  • Halten Sie das Helfernetz auf dem aktuellen Stand. 
  • Wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder Fragen eine Fachstelle.
  • Machen Sie eine regelmässige Nachkontrolle über mehrere Monate. Die Rückfallgefahr ist hoch.

Beraten Sie Betroffene.

  • Nicht online antworten:  Antworten auf den Online-Kanälen könnten weitere Beleidigungen und eine Eskalation provozieren. 

  • Blockieren und Beweise sichern: Personen, die jemanden belästigen, sollten so schnell wie möglich innerhalb des sozialen Netzwerks blockiert oder im Chatforum gemeldet werden. Beweismaterial wie Screenshots von geführten Unterhaltungen, Nachrichten oder Bildern sollte man abspeichern und danach – soweit möglich – online alles löschen. 

  • Hilfe holen: Unterstützung und Trost durch Vertrauenspersonen sind im Ernstfall zentral. Vertrauenspersonen können Bezugspersonen wie Eltern, Betreuende, Lehrpersonen, Sozialarbeitende oder Freunde sein. Hilfe bietet die 24-Stunden-Hotline 147 der Pro Juventute per Telefon, SMS und Chat www.147.ch. 

  • Anzeige – nur wenn nicht anders lösbar:Bei schwerwiegenden und weitfortgeschrittenen Fällen, wenn andere Interventionen erfolglos bleiben, kann eine Anzeige geprüft werden. 
    Achtung: Mit einem rechtlichen Verfahren kann sich die Situation unter Umständen verschlimmern. Die Chancen auf eine Lösung des Problems sind gering. 

Erziehungsberechtigte: Prävention

Was tun?

Seien Sie ein Vorbild.

  • Haben Sie einen wertschätzenden Umgangston. 
  • Geben Sie dem Gegenüber das Gefühl: Du bist OK. Unterschiede sind OK. 
  • Sprechen Sie über Ihr Wohlbefinden und Ihren (gelungenen) Umgang mit Konflikten/schwierigen Personen.

Bleiben Sie im Kontakt mit dem Kind.

  • Finden Sie heraus, wie es dem Kind geht: Reden Sie mit ihm über sein Befinden; Schaffen Sie dafür ungezwungene Momente. 
  • Fragen Sie aktiv nach seinen/ihren Gefühlen und seinen/ihren Erlebnissen.
  • Haben Sie ein offenes Ohr, wenn das Kind von sich aus von seinen/ihren Erlebnissen oder seinem Befinden.

Stärken Sie das Kind.

  • Geben Sie dem Kind das Gefühl: Du bist OK. Loben Sie es, 
  • Vermitteln Sie, dass es nicht alles allein schaffen muss, Hilfe holen ist OK. 
  • Bestärken Sie das Kind, ungute Geheimnisse mit jemandem zu teilen. 

 

Fördern Sie eine konstruktive Konfliktlösung.

  • Sprechen Sie ungute Situationen und Konflikte zeitnah an.
  • Suchen Sie keinen Schuldigen, sondern eine Lösung.
  • Beziehen Sie alle Beteiligten in die Lösung mit ein.

Kennen Sie das Umfeld des Kindes.

  • Lernen Sie die (digitalen) Gruppen und Personen kennen, die für das Kind relevant sind (Erziehungsberechtigte, Schule, Wohngruppe, Verein, Freunde) 
  • Tauschen sie sich regelmässig mit relevanten Personen über das Wohlbefinden und Verhalten des Kindes aus: Fragen Sie bei Elternabenden, Sprechstunden, Sitzungen auch nach dem Sozialverhalten des Kindes. 
  • Erstellen Sie eine Liste mit Ansprechpartnern, die im Falle eines (Cyber-)Mobbing relevant und hilfreich sein können. 

Erziehungsberechtigte: Intervention

Was tun?

Stellen Sie fest, welcher Handlungsbedarf besteht.

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Beachten Sie die 10 Grundsätze zum Vorgehen.

Bergsteigerregeln für Erziehungsberechtigte (die auch beim Vorgehen gegen Cybermobbing gelten)

  1. Bereiten Sie die Tour gründlich vor. Passen Sie die Ausrüstung der Herausforderung an (Was tun bei Verdacht?). 
  2. Erkundigen Sie sich nach den Wetterverhältnissen und örtlichen Gegebenheit; achten Sie auf Wetterveränderungen (Wie ist die Situation aktuell?).
  3. Passen Sie die Schwierigkeit der Tour dem eigenen Können an (Was trauen Sie sich zu?).
  4. Wählen Sie einen geeigneten Tag für die Tour (Ist heute ein geeigneter Tag für eine Intervention?).
  5. Gehen Sie nicht allein (Wer aus Ihrem Umfeld kann Sie unterstützen?).
  6. Vermeiden Sie eine Überforderung der Gruppe; beziehen Sie deren Fähigkeiten zu Tempo und Länge in die Planung ein (Was ist machbar für die Konfliktbeteiligten?).
  7. Teilen Sie mit, in welche Richtung Sie gehen (Informieren Sie die Beteiligten darüber, was Sie vorhaben.).
  8. Je schwieriger das Gelände, desto wichtiger ist spezielles Können und Erfahrung (Welche Fachperson können Sie kontaktieren?).
  9. Kehren Sie um, wenn Sie nicht weiterkommen (Hilft Ihr Vorgehen dem Mobbingbetroffenen?).
  10. Holen Sie Hilfe, wenn jemand in Gefahr ist (Nutzen Sie Ihr Netzwerk).

Bieten Sie den Beteiligten Hilfestellung zur Konfliktlösung an.

Achtung: Nur wenn Leib und Leben nicht akut bedroht sind, nicht bei Konfliktstufe 1 und 2.

  • Sprechen Sie es an, wenn sie ein ungutes Gefühl haben, z.B. bei einer Äusserung oder einem Verhalten. 
  • Bieten Sie ein Gespräch an oder verweisen Sie auf andere Personen, die unterstützen könnten. 
  • Zeigen Sie konkrete Lösungsmöglichkeiten auf (z.B. die Friedenstreppe, siehe Hilfsmittel). 

Finden Sie heraus, ob es tatsächlich (Cyber-)Mobbing ist.

Beziehen Sie relevante Personen in den Lösungsprozess mit ein. 

Finden Sie heraus, welche Personen zur Beendigung des (Cyber-)Mobbings und der Lösung des dahinterliegenden Problems beitragen könnten, z.B. Eltern, Lehrer, enge Bezugspersonen, evtl. Trainer. Diese sind ihr Helfernetz, mit den Sie gemeinsam gegen (Cyber-)Mobbing vorgehen. 

Planen und koordinieren Sie das Vorgehen gemeinsam mit dem Helfernetz.

  • Definieren und koordinieren Sie die zu treffenden Massnahmen. 
  • Legen Sie fest, wer welchen Auftrag hat.
  • Stimmen Sie sich, ab, wann und wie die Mobbingakteure und - Betroffenen einbezogen werden. 
  • Dokumentieren Sie die wichtigsten Sachverhalte. 
  • Halten Sie das Helfernetz auf dem aktuellen Stand. 
  • Wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder Fragen eine Fachstelle.
  • Machen Sie eine regelmässige Nachkontrolle über mehrere Monate; die Rückfallgefahr ist hoch. 

Beraten Sie Betroffene.

  • Nicht online antworten:  Antworten auf den Online-Kanälen könnten weitere Beleidigungen und eine Eskalation provozieren. 

  • Blockieren und Beweise sichern: Personen, die jemanden belästigen, sollten so schnell wie möglich innerhalb des sozialen Netzwerks blockiert oder im Chatforum gemeldet werden. Beweismaterial wie Screenshots von geführten Unterhaltungen, Nachrichten oder Bildern sollte man abspeichern und danach – soweit möglich – online alles löschen. 

  • Hilfe holen: Unterstützung und Trost durch Vertrauenspersonen sind im Ernstfall zentral. Vertrauenspersonen können Bezugspersonen wie Eltern, Betreuende, Lehrpersonen, Sozialarbeitende oder Freunde sein. Hilfe bietet die 24-Stunden-Hotline 147 der Pro Juventute per Telefon, SMS und Chat www.147.ch. 

  • Anzeige – nur wenn nicht anders lösbar:Bei schwerwiegenden und weitfortgeschrittenen Fällen, wenn andere Interventionen erfolglos bleiben, kann eine Anzeige geprüft werden. 
    Achtung: Mit einem rechtlichen Verfahren kann sich die Situation unter Umständen verschlimmern. Die Chancen auf eine Lösung des Problems sind gering. 

Dritte: Prävention

Was tun?

Seien Sie ein Vorbild.

  • Haben Sie einen wertschätzenden Umgangston. 
  • Geben Sie dem Gegenüber das Gefühl: Du bist OK. Unterschiede sind OK. 
  • Sprechen Sie über Ihr Wohlbefinden und Ihren (gelungenen) Umgang mit Konflikten/schwierigen Personen.

Pflegen Sie eine offene Gesprächskultur.

Reden Sie über Erlebnisse und Befindlichkeiten; Schaffen Sie dafür ungezwungene Momente.

Fragen Sie aktiv nach Gefühlen und Eindrücken.

Haben Sie ein offenes Ohr, wenn das Kind von sich aus von seinen/ihren Erlebnissen oder seinem Befinden. 

Stärken Sie das Kind.

  • Geben Sie dem Kind das Gefühl: Du bist ok. Loben Sie es.
  • Vermitteln Sie, dass es nicht alles allein schaffen muss, Hilfe holen ist OK. 
  • Bestärken Sie das Kind, ungute Geheimnisse mit jemandem zu teilen.

Fördern Sie eine konstruktive Konfliktlösung.

  • Sprechen Sie ungute Situationen und Konflikte zeitnah an.
  • Suchen Sie keinen Schuldigen, sondern eine Lösung.
  • Beziehen Sie alle Beteiligten in die Lösung mit ein.

Fördern Sie ein gutes Gruppenklima.

  • Gestalten Sie Momente des Miteinanders (Gruppenaktivitäten).
  • Helfen Sie bei der Integration, so dass auch Schwächere und Unbeliebte.

Kennen Sie das Umfeld des Kindes.

  • Lernen Sie die (digitalen) Gruppen und Personen kennen, die für das Kind relevant sind (Erziehungsberechtigte, Schule, Wohngruppe, Verein, Freunde).
  • Tauschen sie sich regelmässig mit relevanten Personen über das Wohlbefinden und Verhalten des Kindes aus: Fragen Sie bei Elternabenden, Sprechstunden, Sitzungen auch nach dem Sozialverhalten des Kindes. 
  • Erstellen Sie eine Liste mit Ansprechpartnern, die im Falle eines (Cyber-)Mobbing relevant und hilfreich sein können.

Seien Sie vorbereitet für das Auftreten von (Cyber-)Mobbing.

  • Informieren Sie sich, voran man (Cyber-)Mobbing erkennt. 
  • Informieren Sie sich, wie Sie auf (Cyber-)Mobbing richtig reagieren können. 
  • Finden Sie heraus, welche Personen Sie bei einem Verdachtsfall beraten und unterstützen können (z.B. Fachstelle).

Dritte: Intervention

Was tun?

Stellen Sie fest, welcher Handlungsbedarf besteht.

Klicken zum Vergrössern. 

Beachten Sie 10 Grundsätze zum Vorgehen.

Bergsteigerregeln für Dritte (die auch beim Vorgehen gegen Cybermobbing gelten)

  1. Bereiten Sie die Tour gründlich vor. Passen Sie die Ausrüstung der Herausforderung an (Was tun bei Verdacht?). 
  2. Erkundigen Sie sich nach den Wetterverhältnissen und örtlichen Gegebenheit; achten Sie auf Wetterveränderungen (Wie ist die Situation aktuell?).
  3. Passen Sie die Schwierigkeit der Tour dem eigenen Können an (Was trauen Sie sich zu?).
  4. Wählen Sie einen geeigneten Tag  für die Tour (Ist heute ein geeigneter Tag für eine Intervention?).
  5. Gehen Sie nicht allein (Wer aus Ihrem Umfeld kann Sie unterstützen? Gibt es eine vorgesetzte Stelle, die Sie einbeziehen können?).
  6. Vermeiden Sie eine Überforderung der Gruppe; beziehen Sie deren Fähigkeiten zu Tempo und Länge in die Planung ein (Was ist machbar für die Konfliktbeteiligten?).
  7. Teilen Sie mit, in welche Richtung Sie gehen (Informieren Sie die Beteiligten darüber, was Sie vorhaben.).
  8. Je schwieriger das Gelände, desto wichtiger ist spezielles Können und Erfahrung (Welche Fachperson können Sie kontaktieren?). Achten Sie auf eine gute Technik (Methoden, Fortbildung).
  9. Kehren Sie um, wenn Sie nicht weiterkommen (Hilft Ihr Vorgehen dem Mobbingbetroffenen?).
  10. Holen Sie Hilfe, wenn jemand in Gefahr ist (Nutzen Sie Ihr Netzwerk).

Bieten Sie den Beteiligten Hilfestellung zur Konfliktlösung an.

Achtung: Nur wenn Leib und Leben nicht akut bedroht sind, nicht bei Konfliktstufe 1 und 2.

  • Sprechen Sie es an, wenn sie ein ungutes Gefühl haben, z.B. bei einer Äusserung oder einem Verhalten. 
  • Bieten Sie ein Gespräch an oder verweisen Sie auf andere Personen, die unterstützen könnten. 
  • Zeigen Sie konkrete Lösungsmöglichkeiten auf (z.B. die Friedenstreppe, siehe Hilfsmittel). 

Finden Sie heraus, ob es tatsächlich (Cyber-)Mobbing ist.

Beziehen Sie relevante Personen in den Lösungsprozess mit ein. 

Finden Sie heraus, welche Personen zur Beendigung des (Cyber-)Mobbings und der Lösung des dahinterliegenden Problems beitragen könnten, z.B. Eltern, Lehrer, enge Bezugspersonen, evtl. Trainer. Diese sind ihr Helfernetz, mit den Sie gemeinsam gegen (Cyber-)Mobbing vorgehen. 

Planen und koordinieren Sie das Vorgehen gemeinsam mit dem Helfernetz.

  • Definieren und koordinieren Sie die zu treffenden Massnahmen. 
  • Legen Sie fest, wer welchen Auftrag hat. 
  • Stimmen Sie sich, ab, wann und wie die Mobbingakteure und - Betroffenen einbezogen werden. 
  • Dokumentieren Sie die wichtigsten Sachverhalte. 
  • Halten Sie das Helfernetz auf dem aktuellen Stand. 
  • Wenden Sie sich bei Unsicherheiten oder Fragen eine Fachstelle.
  • Machen Sie eine regelmässige Nachkontrolle über mehrere Monate; die Rückfallgefahr ist hoch.

Beraten Sie Betroffene.

  • Nicht online antworten:  Antworten auf den Online-Kanälen könnten weitere Beleidigungen und eine Eskalation provozieren. 

  • Blockieren und Beweise sichern: Personen, die jemanden belästigen, sollten so schnell wie möglich innerhalb des sozialen Netzwerks blockiert oder im Chatforum gemeldet werden. Beweismaterial wie Screenshots von geführten Unterhaltungen, Nachrichten oder Bildern sollte man abspeichern und danach – soweit möglich – online alles löschen. 

  • Hilfe holen: Unterstützung und Trost durch Vertrauenspersonen sind im Ernstfall zentral. Vertrauenspersonen können Bezugspersonen wie Eltern, Betreuende, Lehrpersonen, Sozialarbeitende oder Freunde sein. Hilfe bietet die 24-Stunden-Hotline 147 der Pro Juventute per Telefon, SMS und Chat www.147.ch. 

  • Anzeige – nur wenn nicht anders lösbar:Bei schwerwiegenden und weitfortgeschrittenen Fällen, wenn andere Interventionen erfolglos bleiben, kann eine Anzeige geprüft werden. 
    Achtung: Mit einem rechtlichen Verfahren kann sich die Situation unter Umständen verschlimmern. Die Chancen auf eine Lösung des Problems sind gering.